Letztes Update am Mi, 17.06.2015 18:35

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Tirol

Nach Unwettern in See: Asylwerber freiwillig im Hilfseinsatz

Sie möchten etwas von der Hilfe, die sie in Österreich bekommen, den Tiroler Unwetter-Opfern zurückgeben.

Einheimische reagieren erfreut über die unerwartete Hilfe der Flüchtlinge.

© WenzelEinheimische reagieren erfreut über die unerwartete Hilfe der Flüchtlinge.



See – Händische Arbeitsleistung rund um die Häuser am Gelände der Schallerbach-Mure ist nach wie vor gefragt. „Dass uns erstmals auch Asylwerber helfen, kann ich nur begrüßen“, stellte Bürgermeister Toni Mallaun am Mittwoch fest. Die achtköpfige Gruppe war speziell bei der Beseitigung der Flurschäden im Einsatz. Morgen Donnerstag kommen 16 Freiwillige aus Tiroler Asylquartieren dazu.

Bezahlung abgelehnt

„Wir haben Bilder von den Unwettern in den Zeitungen gesehen“, erzählt einer der jungen Männer, der aus Somalia geflüchtet ist. „Dann haben wir gesagt, da helfen wir mit.“ Persönlich möchte er etwas von der Hilfe zurückgeben, die er als Asylwerber in Österreich bekommen habe, erklärte der Somalier Sulaiman Jama auf Englisch. Die Hilfsbereitschaft der Asylwerber kann der Tiroler Sascha Thaler, der mehrmals Aktionen für Flüchtlinge organisiert hat, nur bestätigen: „Sie möchten arbeiten, um damit Danke zu sagen.“ Ihr größter Feind sei nämlich das Nichtstun den ganzen Tag lang.

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- Wenzel

Auch Helmut Schöpf, Leiter des Asylwerberheims in Landeck-Kaifenau, kann nur Positives über die multinationale Helfer-Truppe sagen: „Wir haben über die mögliche Abgeltung von drei Euro pro Arbeitsstunde diskutiert. Aber Bezahlung haben die jungen Männer abgelehnt. Sie möchten ehrenamtlich arbeiten, nur für eine Jause.“

Es sei eine breite Initiative gewesen, die den Arbeitseinsatz unterstützt habe, betonte Christa Entstrasser-Müller von der Abteilung Öffentlichkeitsarbeit beim Land. Einheimische reagieren erfreut über die unerwartete Hilfe der Flüchtlinge. Sie sehen derzeit nur ein Ärgernis – neugierige, aber untätige Besucher mit Handykameras. Die „Gaffer“ wären entbehrlich. (hwe)

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