Letztes Update am Mo, 29.05.2017 13:56

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Mittelmeer-Route

Mehr als 54.000 Flüchtlinge trafen seit Jahresbeginn in Italien ein

Allein vergangene Woche trafen mehr als 10.000 Migranten ein. Bei einem Unglück vor der libyschen Küste verunglückten Dutzende Flüchtlinge tödlich.

Flüchtlinge bei der Ankunft im Hafen von Neapel mit einem Schiff der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen.

© REUTERSFlüchtlinge bei der Ankunft im Hafen von Neapel mit einem Schiff der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen.



Rom - Die Zahl der Flüchtlinge, die seit Anfang 2017 über das Mittelmeer nach Italien gekommen sind, ist gegenüber dem Vergleichszeitraum 2016 stark angestiegen. 54.395 Migranten erreichten die italienische Küste seit Jahresbeginn, das sind 34,3 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum 2016, wie das Innenministerium in Rom am Montag mitteilte.

Allein vergangene Woche waren mehr als 10.000 Migranten eingetroffen. Bei einem Flüchtlingsunglück vor der libyschen Küste waren Dutzende Migranten tödlich verunglückt, 35 Leichen wurden geborgen.

Die meisten 2017 eingetroffenen Migranten stammen aus Nigeria, Bangladesh und Guinea, Cote d‘Ivoire (Elfenbeinküste) und Gambia. Italien versorgt derzeit circa 180.000 Flüchtlinge in Hotspots und anderen Einrichtungen. Seit Jahresbeginn erreichten 6.242 unbegleitete Minderjährige Italien.

Die Zahl der Bootsflüchtlinge, die von der nordafrikanischen Küste nach Italien kamen, hatte 2016 einen neuen Höchststand erreicht. 181.000 Flüchtlinge wurden im Mittelmeer gerettet und nach Italien gebracht. 2015 waren es noch 170.000 gewesen. Für heuer rechnet Italien mit einem neuen Rekordhoch bei der Zahl der Flüchtlingsankünfte. (APA)