Letztes Update am Mo, 26.06.2017 20:12

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Dramatische Lage

600.000 Kindern in Afrika und Jemen droht der Hungertod

WFP-Chef David Beasley fordert die EU auf, eine Milliarde Dollar aufzubringen, um die Hilfen für den Jemen, den Südsudan, Somalia und Nigeria zu verstärken.

Allein in Somalia sind nach Angaben der Vereinten Nationen gut sechs Millionen Menschen - etwa die Hälfte der Bevölkerung - auf humanitäre Hilfe angewiesen. (Symbolfoto)

© ReutersAllein in Somalia sind nach Angaben der Vereinten Nationen gut sechs Millionen Menschen - etwa die Hälfte der Bevölkerung - auf humanitäre Hilfe angewiesen. (Symbolfoto)



Brüssel - Der neue Chef des Welternährungsprogramms (WFP), David Beasley, hat vor einem Massensterben von Kindern im Jemen und in drei afrikanischen Ländern gewarnt. Wenn das Welternährungsprogramm nicht die erforderliche Unterstützung erhalte, „kann es sein, dass wir 600.000 Kinder sterben sehen“, sagte Beasley am Montag.

Beasley forderte die Europäische Union auf, in den kommenden Monaten eine Milliarde Dollar (893 Millionen Euro) aufzubringen, um die Hilfen für den Jemen, den Südsudan, Somalia und Nigeria zu verstärken.

Appell an „reichste Nationen des Planeten“

Er sei nach Brüssel gekommen, um an die Hilfsbereitschaft „einiger der reichsten Nationen des Planeten“ zu appellieren, sagte Beasley nach einem Gespräch mit der EU-Außenbeauftragten Federica Mogherini. In der gegenwärtigen Notlage müssten die Hilfszusagen der EU und der USA erhöht werden.

Zur Zeit lebten 20 Millionen Menschen „am Rande der Hungersnot“, davon 5,7 Millionen Kinder. Die Öffentlichkeit lasse sich aber von Fragen wie der Wahl von US-Präsident Donald Trump und dem Brexit ablenken, kritisierte der WFP-Direktor.

Beasley war früher für die US-Republikaner Gouverneur von South Carolina. Er steht seit dem Frühjahr an der Spitze des Welternährungsprogramms. Beasley äußerte sich zuversichtlich, dass die US-Regierung einen Kurswechsel in der Entwicklungspolitik vollziehen werde, weil sie „den Wert der humanitären Hilfe im Kampf gegen den Extremismus einsehen“ werde. (APA/AFP)