Letztes Update am Mo, 30.10.2017 13:21

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Sturmtief „Herwart“

Aufräumen in Österreich: Sturm hinterließ Spur der Verwüstung

Sturmtief „Herwart“ wütete am Sonntag vor allem in Ostösterreich, Tausende Feuerwehreinsätze waren die Folge. Zehntausende Haushalte waren von Stromausfällen betroffen.

© BFV LIEZENFeuerwehrleute im Einsatz wegen Sturmschäden im Bezirk Liezen in der Steiermark.



Wien - Ein schwerer Sturm mit Windspitzen bis 140 Stundenkilometer im Flachland und bis zu knapp 180 auf den Bergen tobte am Sonntag über Österreich und sorgte vielerorts für Schäden. Die Feuerwehren mussten Tausende Einsätze absolvieren. Am Montag liefen in den am stärksten betroffenen Bundesländern Oberösterreich, Niederösterreich, Burgenland, Steiermark sowie in Wien noch immer vereinzelte Aufräumarbeiten.

In Oberösterreich waren 96.000 Haushalte am Sonntag von Stromausfällen betroffen, am Montag waren fast alle wieder am Netz. Zu Spitzenzeiten standen am Sonntag mehr als 8000 Feuerwehrleute im Einsatz. Insgesamt haben die Feuerwehren über 1800 Einsätze absolviert. Im Bezirk Kirchdorf an der Krems war ein Feuerwehrfahrzeug in einen Unfall verwickelt. Ein 53-Jähriger wollte in seinem Auto bei Micheldorf die Pyhrnpass Straße (B138) in Richtung Eisbach überqueren und übersah dabei den Einsatzwagen. Seine 80-jährige Beifahrerin wurde verletzt.

Felsbrocken lösten sich am Semmering

In Niederösterreich sind die Einsätze der Feuerwehren am Sonntagabend großteils zu Ende gegangen. Mehr als 5000 Mitglieder von 250 Feuerwehren hatten an rund 1500 Schadensstellen gekämpft. Vereinzelt seien noch Aufräumarbeiten im Gang, teilte Sprecher Franz Resperger am Montag mit. Wegen umgestürzter Bäume waren noch einige Landstraßen im Wald-und Mostviertel gesperrt. Am Semmering wurden durch heftige Böen in der Nacht auf Montag Bäume entwurzelt, wodurch sich auch Felsbrocken lösten. Ein großer Stein durchschlug die Fassade eines abgelegenen Hauses, sagte Resperger. Verletzt wurde niemand.

Großflächige Stromstörungen in der Steiermark

Auch in der Steiermark liefen die Aufräumarbeiten am Montag auf Hochtouren. Betroffen waren alle Bezirke, vor allem aber die Obersteiermark sowie die Ost- und Südsteiermark. Landesweit waren am Sonntagnachmittag bis zu 12.000 Haushalte ohne Strom. „Es hat in nahezu allen Teilen des Landes Stromstörungen gegeben, die Aufräum-und Reparaturarbeiten werden noch Tage anhalten", erklärte ein Sprecher.

Vom Ausseerland bis Graz waren am Sonntag Bäume umgestürzt und Dächer abgedeckt worden. Im Bezirk Liezen war vor allem der Großraum Ausseerland, Gröbming, Irdning, Schladming, Ramsau und Mandling betroffen. Zahlreiche Bäume hielten dem Sturm nicht stand und stürzten auf Straßen. In Palfau ereignete sich ein Felssturz. Rund 650 Mann waren bei knapp 100 Einsätzen ausgerückt.

Spektakulärer Einsatz am Wiener Hauptbahnhof

In Wien gab es knapp 1000 Einsätze für die Berufsfeuerwehr zu absolvieren, etwa 900 mehr als an einem normalen Tag. Der spektakulärste Einsatz war beim Wiener Hauptbahnhof zu absolvieren, wo 65 Feuerwehrleute mit 18 Fahrzeugen im Einsatz standen. Sie versuchten die großen Teile an der Fassade des in Bau befindlichen Hauses zu sichern und kleinere Teile in die Bahnhofshalle zu bringen. Die Bahnsteige waren für Menschen gesperrt, damit war auch der oberirdische Bahnhofsbetrieb über Stunden lahmgelegt.

Im Burgenland wurden durch den Sturm mehrere Hochspannungsleitungen zerstört. Rund 12.250 Haushalte waren dadurch am Sonntag kurzzeitig ohne Strom. Die Landessicherheitszentrale Burgenland (LSZ) vermeldete am Montagvormittag keine Feuerwehreinsätze mehr. Insgesamt gab es von Sonntag bis Montagfrüh 45 Einsätze wegen Sturmschäden. (APA, TT.com)


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