Letztes Update am Mi, 03.01.2018 14:56

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Bezirk Innsbruck-Land

Fels in Vals weiter in Bewegung, ein Haus freigegeben

Landesgeologe Gunther Heißel rechnet mit weiteren 10.000 Kubikmetern Fels, die abbrechen werden. Derzeit sind keine Aufräumarbeiten möglich. Eines der drei evakuierten Häuser konnte am Mittwoch wieder freigegeben werden.

© ZEITUNGSFOTO.ATDer Felssturz hatte die Landesstraße im Valsertal am Abend des 24. Dezembers bis zu zehn Meter hoch und 150 Meter breit verschüttet.



Vals – Der Weg ins Tal ist für die 150 vom Felssturz betroffenen Bewohner dank der Umfahrungsstraße wieder frei. Aber noch immer gibt es keine Entwarnung in Vals. Der Berg bleibt in Bewegung: „Es ist derzeit auch mit größeren Felsabbrüchen zu rechnen: Etwa 10.000 Kubikmeter sind direkt absturzgefährdet“, erklärt Landesgeologe Gunther Heißel. Bis auf Planerisches seien keine Maßnahmen möglich, die Straße könne weiterhin nicht geräumt werden.

Für eine Familie allerdings gibt es grünes Licht: Jenes der derzeit drei evakuierten Häuser, das am weitesten vom Gefahrenbereich entfernt ist, darf am Mittwoch wieder bezogen werden. Dies wurde am Mittwochvormittag vom Krisenstab beschlossen.

Weitere Überwachungen

Momentan gäbe es weitere Überlegungen für eine noch bessere Überwachung des labilen Hanges, teilt das Land am Mittwochnachmittag in einer Aussendung mit. „Kommende Woche wird es dazu Gespräche geben – wir wollen die Lage bestmöglich im Auge behalten und die größtmögliche Sicherheit schaffen. Die Umleitungsstrecken für die Valser funktionieren soweit gut, die Veränderung der Schneelage und der damit einhergehenden Lawinensituation, welche die Umfahrungen gefährden könnten, werden genauestens beobachtet. Alle bisherigen Schätzungen der Landesgeologen haben sich mit jenen des durchgeführten Laserscannings gedeckt – hier wird sehr gute Arbeit geleistet“, hebt LH Günther Platter hervor.

Ein mittels Laserscanner erarbeitetes Geländemodell sei bereits fertig und stehe in absehbarer Zeit für weitere langfristige Planungen zur Verfügung. Damit sollen mögliche weitere Felsstürze und Lawinenabgänge berechnet werden. Auch die Wiederherstellung der Straße könne man damit besser planen.

Bisher brachen rund 117.000 Kubikmeter Fels ab. An Heiligabend donnerten kurz nach 18 Uhr die Felsmassen ins Valsertal und verlegten dabei die Landesstraße und den Valser Bach auf einer Länge von 150 Metern. Einsatzkräfte sprachen von „reinem Glück“, dass keine Personen zu Schaden kamen – erst kurz zuvor überquerte eine Gruppe von Kindern auf dem Weg zur Christmette die Stelle. 40 Talbewohner mussten am Heiligen Abend ihre Häuser verlassen, 150 Bewohner waren von der Außenwelt abgeschnitten. Für die Einwohner wurde eine provisorische Umfahrungsstraße gebaut. (TT.com)


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