Letztes Update am Mo, 09.07.2018 15:34

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Syrien

Zehntausende Flüchtlinge im Süden Syriens zurückgekehrt

Mehr als 200.000 Menschen seien laut der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte wieder in ihren Heimatorten.

© AFP/AbazeedRund 320.000 Menschen waren wegen der heftigen Kämpfe und Luftwaffenangriffe vertrieben worden.



Damaskus – Nach dem Abkommen für den umkämpften Süden des Bürgerkriegslandes Syrien sind Aktivisten zufolge weitere Zehntausende Flüchtlinge zurückgekehrt. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte meldete, mehr als 200.000 Menschen seien wieder in ihren Heimatorten.

320.000 Menschen um Daraa vertrieben worden

Angaben der Vereinten Nationen gab es dazu am Montag zunächst nicht. Durch die Kämpfe und heftige Luftangriffe auf die von Rebellen kontrollierte Region um die Stadt Daraa waren zuvor den UNO zufolge rund 320.000 Menschen vertrieben worden.

Nach Angaben der Menschenrechtsbeobachter halten sich an der Grenze zum Nachbarland Jordanien nur noch wenige Flüchtlinge auf. Auch ein Aktivist mit dem Namen Ahmed Ihsan meldete aus dem syrischen Grenzort Nasib, in der Region seien nur noch rund 500 Vertriebene geblieben. Sie wollten aus Angst vor dem syrischen Regime ins Nachbarland. Jordanien hat die Grenze jedoch geschlossen.

Unklar ist, wie viele Flüchtlinge sich noch an der Grenze zu den von Israel besetzten Golanhöhen aufhalten. Dort hatten nach UN-Angaben aus der vergangenen Woche fast 190.000 Menschen Zuflucht gesucht.

Waffenstillstand seit Freitag

Die Rebellen und russischen Vermittler hatten sich am Freitag auf einen Waffenstillstand für die Region um die Stadt Daraa geeinigt. Teil des Abkommens ist nach Rebellenangaben auch die Übergabe schwerer Waffen. Die syrische Armee übernahm am Montag weitere Gebiete an der Grenze zu Jordanien, wie Staatsmedien und die Menschenrechtler meldeten. Die Regierungskräfte kontrollieren damit das erste Mal seit rund fünf Jahren den größten Teil der Grenzlinie.

Die Stadt Daraa gilt als Wiege des Aufstands gegen den syrischen Machthaber Bashar al-Assad. Regierungsgegner kontrollieren dort jetzt nur noch eine Region westlich der Stadt, die an die Golanhöhen grenzt. Sie ist eines der letzten Rebellengebiete des Landes. (APA/dpa)


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