Letztes Update am Mo, 24.09.2018 07:41

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Afrika

Überschwemmungen in Tunesien: Zahl der Toten auf fünf gestiegen

In einigen Gegenden stiegen die Pegelstände nach Rekordregenfällen um 1,70 Meter. Brücken und Straßen wurden beschädigt.

Die Überschwemmungen sorgten vor allem in Nabeul für massive Schäden.

© AFPDie Überschwemmungen sorgten vor allem in Nabeul für massive Schäden.



Tunis – Die Zahl der Todesopfer bei Überschwemmungen im Nordosten Tunesiens ist am Sonntag auf mindestens fünf gestiegen. Ein 16-Jähriger sei in der Stadt Bouargoub, etwa 45 Kilometer südöstlich von Tunis, durch einen Stromschlag getötet worden, erklärte das Innenministerium. In einigen Gegenden stiegen die Pegelstände nach Rekordregenfällen um 1,70 Meter. Brücken und Straßen wurden beschädigt.

Neben dem Jugendlichen starben nach Angaben des Innenministeriums zwei Männer und zwei Frauen auf der Halbinsel Cap Bon. Ein 60-jähriger Einwohner ertrank demnach am Samstag in der Stadt Takilsa. Eine weitere Leiche wurde später nahe dem Touristenort Hammamet geborgen. In Bouargoub starben nach Ministeriumsangaben zwei Schwestern, als sie nach ihrer Schicht in einer Fabrik von den Wassermassen mitgerissen wurden.

Zentrum unter Wasser

Auch das Zentrum der Provinzhauptstadt Nabeul stand am Samstag unter Wasser. Videos in den sozialen Online-Netzwerken zeigten, wie die Fluten Autos und abgebrochene Straßenteile mit sich rissen. Augenzeugen machten die Verschmutzung von Trockentälern für die Überschwemmungen verantwortlich - sie sollten bei starken Regenfällen eigentlich für den Abfluss des Wassers sorgen.

Beim Sturm vom Samstag fielen 200 Milliliter Regen auf Nabeul und bis zu 225 Milliliter auf die Stadt Beni Khalled, wie Tunesiens Nationales Meteorologie-Institute mitteilte. Demnach handelte es sich um die schwersten Regenfälle seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1995.

Tunesiens Regierungschef Youssef Chahed reiste in die betroffenen Gebiete und rief die Menschen dazu auf, Ruhe zu bewahren. Am wichtigsten sei es, die Straßen wieder befahrbar zu machen und den Betroffenen zu helfen, sagte er dem Radiosender Mosaique FM. „Es gibt immer noch Regionen, die von der Außenwelt abgeschnitten sind.“

Heftige Gewitter hatten seit Mitte der Woche zu Überflutungen und Schäden an Häusern und Straßen in Tunesien geführt. Am Sonntag besserte sich die Wetterlage. (APA/AFP)