Letztes Update am Mo, 29.10.2018 12:19

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Unwetter

Mehrere Tote in Italien, höchste Unwetter-Alarmstufe für Kroatiens Küste

Ein schweres Unwetter mit Starkregen und Sturmböen hat weite Teile Italiens getroffen und mehrere Menschen das Leben gekostet. An der kroatischen Adriaküste sind Autobahnen rund um Rijeka gesperrt und zahlreiche Fährverbindungen unterbrochen.

Hochwasser in Venedig.

© imago stock&peopleHochwasser in Venedig.



Rom, Zagreb – Eine Unwetterfront mit Starkregen und Sturmböen hat in Italien seit Sonntag mehrere Menschenleben gekostet und zu Sachschäden geführt. Für Montag wurde eine Verschlechterung der Lage erwartet. In Kärntens friaulischer Nachbarprovinz Udine kam es zu starken Überschwemmungen. Die Gemeinde Sauris war mehrere Stunden komplett isoliert. In Südtirol ging eine Mure auf die Brennerautobahn nieder.

Im ganzen Land herrschte höchste Alarmbereitschaft. In mehreren Regionen und auch in Rom blieben Schulen, Kindergärten und Universitäten geschlossen, die Menschen sollten nach Möglichkeit zu Hause bleiben.

Im Friaul kam es in den Gemeinden Sauris, Forni Avoltri und Ovaro zu Erdrutschen, einige Familien mussten ihre Wohnungen verlassen. Die Straße, die Forni Avoltri mit Rigolato verbindet, wurde wegen Überschwemmungen gesperrt. Weil Bäume auf die Fahrbahn stürzten, mussten Feuerwehrteams in mehreren Gemeinden der Provinz Udine, darunter Tolmezzo, Gemona, San Daniele und Cividale del Fruli eingesetzt werden. Schulen blieben in ganz Friaul geschlossen.

Mehrere Menschen in Ligurien evakuiert

In der Gemeinde Monterosso, einer Perle der ligurischen Küste in der bekannten Touristenregion „Cinqueterre“, mussten Häuser und Geschäfte im Ortschaftskern evakuiert werden. In Monterosso war es bereits 2011 zu schweren Überschwemmungen mit mehreren Toten gekommen.

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In der ligurischen Provinz La Spezia wurde der regionale Bahnverkehr unterbrochen, weil Geröll auf die Schienen geriet. Flüsse in der Gegend traten über die Ufer. Wegen hoher Wellen und starken Windes kam es auch zu Problemen im Hafen von La Spezia.

Autobahn A1 Mailand-Bologna gesperrt

Die Autobahn A1 Mailand-Bologna musste zwischen Piacenza und Fiorenzuola wegen Überflutung gesperrt werden. Auch die süditalienische Insel Sizilien wurde vom schlechten Wetter heimgesucht. Sechs Flugzeuge, die in Palermo hätten landen sollen, wurden wegen des starken Schirokko-Windes auf die Flughäfen von Catania und Trapani umgeleitet.

Die Unwetter mit teils sintflutartigen Regenfällen verursachten am Sonntag mehrere Überschwemmungen und Murenabgänge in Südtirol. Unter anderem waren die Brennerautobahn (A22) und der Brennerstaatsstraße (SS 12) von Vermurungen betroffen, die TT berichtete.

Der Pegel des Flusses Po, dem längsten Fluss Italiens, stieg infolge der schweren Niederschläge innerhalb von 24 Stunden um zweieinhalb Meter. In der Dolomiten-Ortschaft Cortina mussten 40 Personen ihre Wohnungen verlassen, weil der Fluss Bigontina über die Ufer zu treten drohte. Auch im Raum der norditalienischen Stadt Vicenza kam es zu Überschwemmungen.

Venedig stand nach heftigen Regenfällen ebenfalls unter Wasser. Der Pegel sollte am Montag um 14 Uhr eine Höhe von 150 Zentimetern erreichen, wie das örtliche Gezeiten-Überwachungszentrum mitteilte. Wie bei „Acqua alta“ üblich, wurden Holzstege aufgestellt, damit Passanten weitgehend trockenen Fußes ihr Ziel erreichen konnten.

Fährenverbindungen zwischen Neapel und Capri und Ischia betroffen

Auch aus der toskanischen Provinz Grosseto wurden Überschwemmungen gemeldet. Beim regionalen Verkehr gab es Probleme, weil Bäume auf die Straße stürzten. Wegen des starken Windes gab es Schwierigkeiten bei den Fährenverbindungen zwischen Neapel und den Inseln Capri und Ischia.

Am Sonntag waren vier Männer in der südlichen Region Kalabrien ums Leben gekommen. Sie wurden in der Nähe der Stadt Crotone von einem Erdrutsch getötet, als sie ein durch das Unwetter zerstörtes Rohr reparieren wollten, berichtete die Polizei am Sonntag laut Nachrichtenagenturen. Beim Hafen von Catanzaro in Kalabrien an der Stiefelspitze Italiens fand die Feuerwehr einen Toten, nachdem ein Segelboot von der Strömung fortgerissen worden war.

Autobahnen wegen Starkregens in Kroation gesperrt

Die schweren Unwetter im Mittelmeerraum haben am Montag auch die kroatische Adria-Küste erfasst. Die Autobahnen rund um die nördliche Hafenstadt Rijeka wurden nach Medienberichten wegen Starkregens vorerst für den Verkehr gesperrt. Wegen Sturms mit Orkanböen fielen zwischen Dubrovnik und Rijeka zahlreiche Fährverbindungen vom Festland zu den Inseln aus.

Der staatliche Wetterdienst erließ am Morgen für die gesamte kroatische Küstenregion höchste Warnstufe. Auch für das Hinterland bei Gospic und Knin wurde angesichts der herannahenden Schlechtwetterfront Alarm gegeben. (APA/dpa)