Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 06.11.2018


Osttirol

Im Unwettereinsatz in Osttirol gaben die freiwilligen Helfer alles

700 Feuerwehrleute, Rotkreuzhelfer sowie Berg- und Wasserrettung rackerten sich in Osttirol ab, um das Schlimmste zu verhindern.

© Brunner Images | Philipp BrunnerDie Feuerwehren mussten schon am 28. Oktober das erste Mal ausrücken. Über 700 Mann waren im Einsatz.



Von Catharina Oblasser

Lienz – Begonnen hat es schon am Sonntag, den 28. Oktober, erinnert sich Bezirksfeuerwehrkommandant Herbert Oberhauser an die verheerenden Unwetter der letzten Oktobertage: „Da mussten unsere Feuerwehren das erste Mal ausrücken.“ Dann ging es Schlag auf Schlag. Regen und Sturm hielten die Helfer in Atem. „Es mussten Zufahrten und Straßen geräumt werden, Sandsäcke wurden aufgebaut und Wasser abgepumpt“, schildert Oberhauser. „Besonders wichtig war es auch, Straßensperren einzurichten und zu überwachen, damit niemand in die Gefahrenbereiche gelangen kann.“

Dafür bot die Osttiroler Feuerwehr alles auf, was es an Hilfsmitteln gibt, von der Großraumpumpe über Schaufeln bis zum Notstrom-Aggregat. „Damit beleuchteten die Männer den Bereich, in dem die Jausenstation Galitzenklamm verschüttet worden war“, erzählt der Bezirkskommandant. „So konnten die Bundesheersoldaten, die uns unterstützten, über Nacht arbeiten.“

Weder vom Sturm mit Windspitzen von 100 km/h noch von Nässe und Dunkelheit ließen sich die Freiwilligen abhalten. Von den etwa 2500 aktiven Feuerwehrleuten in Osttirol waren mehr als 700 in diesen Tagen im Einsatz, weiß Oberhauser. Fast alle der 38 Wehren im Bezirk halfen mit, bis zum Ende der Unwetter verzeichnete das Bezirkskommando rund 330 Einsätze. Ein Dank gebührt auch den Arbeitgebern der Kameraden, meint Oberhauser. „Die meisten Chefs waren verständnisvoll und gaben den Leuten für die Einsätze frei.“ Manche der Helfer konnten sich auch kurzfristig Urlaub nehmen.

Das Rote Kreuz Osttirol war ebenfalls mit aller Kraft im Einsatz. So wurden beispielsweise Dialyse-Patienten schon nach der Ankündigung der Unwetter ins Krankenhaus gebracht und stationär aufgenommen. Auch um Notunterkünfte kümmerte sich das Rote Kreuz, denn aufgrund der Straßensperren konnten etliche Menschen nicht mehr nach Hause. 65 Personen wurden im Kultursaal Sillian untergebracht, 14 im Matreier Tauerncenter und 17 Wasserretter aus Nordtirol im Rotkreuz-Gebäude in Lienz.

Die Wasserrettung bot 28 Einsatzkräfte auf, die Bergrettung vier Dreierteams mit je einem Arzt.