Letztes Update am Mo, 05.11.2018 13:45

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Unwetter in Osttirol

Mehr als 35 Millionen Euro Schaden durch Unwetter in Osttirol

Die Landesregierung hat am Montag ein Soforthilfe-Paket für Osttirol beschlossen. Die Schäden nach den Unwettern sind gewaltig.

© Land Tirol22 Millionen Euro Schaden richtete der Sturm allein in den Wäldern an.



Lienz, Innsbruck - Nach den heftigen Unwettern in Osttirol vergangene Woche wird im Bezirk derzeit von einer Schadenssumme in Höhe von 35,5 Millionen Euro ausgegangen. Die Schadensereignisse sind hauptsächlich durch Vermurungen, Überschwemmungen, Verklausungen und Sturmschäden entstanden. 22 Millionen Euro davon sind laut dem Land Tirol allein Waldschäden auf 1000 Hektar zuzurechnen.

Individualschäden wie etwa bei der Galitzenklamm sind in dieser Summe gar nicht enthalten. Am Montag beschloss die Landesregierung ein Soforthilfe-Paket. „Die Macht der Natur haben wir nicht in der Hand. Doch haben wir es in der Hand, wie wir uns darauf bestmöglich vorbereiten und vor allem infolge von Katastrophenfällen helfen", betonte LH Günther Platter am Montag.

Eine Mure verlegte die Jausenstation der Galitzenklamm am Fuße der Lienzer Dolomiten.
- APA/zeitungsfoto.at

„Mit den Finanzmitteln sollen vor allem die Wiederherstellung der Infrastruktur wie Straßen, Brücken sowie Schutzbauten, aber auch die Aufforstung der geschädigten Waldflächen rasch umgesetzt werden", erklärte LHStv Josef Geisler. Seit dem Hochwasser im Jahr 2005 habe das Land laufend Rücklagen für Katastrophenfälle gebildet.

Unterstützung für Gemeinden und Private

„Eine rasche Schadensbehebung ist jetzt das maßgebliche Ziel für die betroffenen Osttiroler Gemeinden. Daher werden umgehend Verfahren eingeleitet, um die Schadensabwicklung im Vermögen der Gemeinden sicherzustellen", ergänzte Gemeindereferent Johannes Tratter. Gleichzeitig würden auch für private Elementarschäden Beihilfen in Höhe von 50 Prozent des geschätzten Schadenswertes als Soforthilfe gewährt.

Für die Lienzer Bezirkshauptfrau Olga Reisner ein wichtiger Schritt: „Dieses Unwetterereignis wird uns noch lang in Erinnerung bleiben. Doch haben wir es mit vereinten Kräften bewältigt. Jetzt gilt es in die Zukunft zu blicken: Mit dem Soforthilfe-Paket ist der erste Schritt getan — dafür bedanke ich mich im Namen der Osttiroler Bevölkerung."

Weitere präventive Schutzmaßnahmen

Neben der Wiederherstellung und Instandsetzung der notwendigen Infrastruktur sollen zudem mit der Wildbach- und Lawinenverbauung umgehend Gespräche hinsichtlich weiterer Verbauungsmaßnahmen geführt werden. Seine Wirkung voll erfüllt hat der im besonders kritischen Bereich der Drau bei Sillian/Heinfels bereits fertiggestellte Hochwasserschutz. Dort wurde die Drau im Zuge des laufenden Schutzprojekts tiefergelegt und aufgeweitet.

Damit konnte die Überflutung von rund 100 Gebäuden verhindert werden. „Wir werden die Instandsetzung bestehender Schutzbauten und die Umsetzung weiterer Schutzprojekte forcieren", versichert Geisler. (TT.com)

Schadenssumme insgesamt 35,5 Millionen Euro

  • Straßenbau: 2,5 Millionen Euro
  • Wasserbau: 9 Millionen Euro
  • Wildbach- und Lawinenverbauung: 2 Millionen Euro (ohne Deponiekosten)
  • Forst: 22 Millionen Euro