Letztes Update am Mi, 26.12.2018 11:58

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Katastrophen

Indonesien sieht weiterhin Tsunami-Gefahr durch Vulkan

Langsam herrscht Klarheit über das Ausmaß der Tsunami-Katastrophe in Indonesien. Mehr als 400 Menschen kamen ums Leben. Die Gefahr ist allerdings noch nicht vorbei.

In den betroffenen Gebieten schwappte der Tsunami auf einer Länge von mehr als 310 Kilometern bis zu 500 Meter landeinwärts.

© AFPIn den betroffenen Gebieten schwappte der Tsunami auf einer Länge von mehr als 310 Kilometern bis zu 500 Meter landeinwärts.



Jakarta – Nach dem Tsunami in Indonesien mit mindestens 430 Toten warnen Experten vor weiterer Gefahr. Der Vulkan Anak Krakatau, dessen Ausbruch indirekt den Tsunami ausgelöst hatte, ist weiter aktiv.

Indonesiens Behörde für Klimatologie und Geophysik (BMKG) warnte am Mittwoch die Bevölkerung, sich von Küstengebieten fernzuhalten. Heftiger Regen und hoher Wellengang erhöhen das Risiko für die Bewohner weiter. „Meiden Sie Küstengebiete von 500 Meter bis 1 Kilometer landeinwärts“, sagte BMKG-Chefin Dwikorita Karnawati.

Nach neuen offiziellen Angaben kamen bei dem Tsunami am Samstag 430 Menschen ums Leben, knapp 1500 wurden verletzt. 159 Menschen wurden noch vermisst, sagte der Sprecher der Katastrophenschutzbehörde, Sutopo Purwo Nugroho. Knapp 22.000 Menschen mussten aus ihren Häusern flüchten.

Suche nach Opfern geht weiter

In der schwer zu erreichenden Westspitze der Insel Java sind Helfer mit schwerem Bergegerät noch immer auf der Suche nach Opfern. Der Tsunami hatte Straßen und Brücken zerstört und die Dörfer von der Umwelt abgeschnitten.

Auslöser des Tsunamis war nach offiziellen Angaben eine Eruption des in der Sundastraße zwischen den Inseln Java und Sumatra rund 50 Kilometer von der Küste entfernten Vulkans Anak Krakatau. Die Erschütterung hatte demnach zu einem Erdrutsch geführt, der dann den Tsunami auslöste. Die Flutwelle traf insgesamt fünf Bezirke auf Java und Sumatra.

In den betroffenen Gebieten schwappte der Tsunami auf einer Länge von mehr als 310 Kilometern bis zu 500 Meter landeinwärts. Am schlimmsten betroffen ist der Bezirk Pandeglang, der vor allem bei einheimischen Touristen beliebt ist. „Wegen des langen Wochenendes waren viele Urlauber dort“, sagte Nugroho. Nach Angaben des Auswärtigen Amtes in Berlin vom Mittwoch gibt es weiterhin keine Hinweise auf deutsche Opfer.

Die Katastrophe weckt Erinnerungen an den verheerenden Tsunami, der am 26. Dezember 2004 Indonesien und andere Teile Südostasiens heimsuchte. Damals starben allein in der indonesischen Provinz Aceh mehr als 200.000 Menschen. (dpa)