Letztes Update am Fr, 28.12.2018 09:44

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Indonesien

Erneut Erdbeben in Indonesien, Suche nach Tsunami-Opfern hält an

Vorerst gibt es noch keine Berichte über Verletzte, ein Tsunami sei laut der Katastrophenschutzbehörde in Jakarta nach dem neuerlichen Erdbeben nicht zu erwarten.

Mehr als 430 Menschen kamen bei dem Erdbeben ums Leben. 159 Menschen wurden am Freitag noch vermisst.

© AFPMehr als 430 Menschen kamen bei dem Erdbeben ums Leben. 159 Menschen wurden am Freitag noch vermisst.



Jakarta – Der Osten Indonesiens ist am Freitag von einem Erdbeben der Stärke 6,1 erschüttert worden. Ein Tsunami sei allerdings nicht zu erwarten, teilte die Katastrophenschutzbehörde in Jakarta mit. Berichte über Verletzte gab es zunächst nicht.

Das Epizentrum befand sich 55 Kilometer südöstlich von South Manokwari in der Provinz Westpapua. Vor wenigen Tagen waren in Indonesien durch einen Tsunami, der nach der Eruption eines Vulkans und dem Abrutschen von Erdmassen ausgelöst worden war, mehr als 430 Menschen ums Leben gekommen. Knapp 1500 Menschen wurden verletzt, 159 Menschen wurden am Freitag noch vermisst.

Vor wenigen Tagen waren in Indonesien durch einen Tsunami mehr als 430 Menschen ums Leben gekommen.
Vor wenigen Tagen waren in Indonesien durch einen Tsunami mehr als 430 Menschen ums Leben gekommen.
- AFP

Suche nach Opfern und Rettung von Schildkröten

Indes kümmern sich indonesische Helfer neben der Suche nach Opfern der Tsunami-Katastrophe auch um gestrandete Schildkröten. Allein an einem Strand der besonders betroffenen Provinz Lampung auf der Insel Sumatra retteten sie seit knapp einer Woche rund 15 Meeresschildkröten, wie ein Mitglied des Bergungsteams am Freitag berichtete.

Bei ihrer jüngsten Rettungsaktion befreiten sie eine Riesenschildkröte aus einem Berg von Strandgut. Das Tier wiegt rund 30 Kilogramm, schätzte Adi Ayangsyah. Es hatte sich demnach in dem angeschwemmten Müll verfangen, lag fast zur Gänze auf dem Rücken und war völlig hilflos. Zu viert mussten die Retter die Riesenschildkröte ins Meer zurückschleppen.

Beim Ausbruch des Vulkans Anak Krakatoa am Samstag in der Meerenge von Sunda war ein Teil des Kraters abgebrochen, ins Meer gestürzt und hatte einen verheerenden Tsunami ausgelöst. Die Flutwellen trafen im Süden Sumatras und im Westen Javas an Land, Küstenregionen und zahlreiche Urlauberstrände wurden verwüstet.

Die Helfer haben kaum noch Hoffnung, Überlebende zu finden. Doch sie setzen ihre Suche fort, sagt Ayangsyah – und haben dabei auch „ein Auge offen für gestrandete Schildkröte“. „Für uns zählt jedes Leben. Ob Mensch oder Tier – wir versuchen, alle zu retten.“ (APA/dpa)

Der Ausbruch des Vulkans Anak Krakatoa am Samstag in der Meerenge von Sunda hatte einen verheerenden Tsunami ausgelöst.
Der Ausbruch des Vulkans Anak Krakatoa am Samstag in der Meerenge von Sunda hatte einen verheerenden Tsunami ausgelöst.
- AFP