Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 14.03.2019


Bezirk Reutte

Außerfern: Extrem straffes Programm für die Wildbach

Um der „weißen Gefahr“ auch weiterhin Einhalt zu gebieten, werden für die Mitarbeiter der WLV heuer wieder zahlreiche Einsatzstunden hoch über dem Tal anfallen.



Von Simone Tschol

Außerfern – Kaum kündigt sich der Frühling an, geht es für die Mitarbeiter der Wildbach- und Lawinenverbauung (WLV) im Außerfern ans Eingemachte. Auf sie wartet in den kommenden Monaten wieder ein straffes Programm. Der Startschuss für die Arbeiten zum Schutz vor den Naturgefahren fiel bereits am 4. März.

„Wir beginnen jetzt an den Bächen, arbeiten uns mit zunehmender Schneeschmelze hinauf zu den Lawinenverbauungen, und im Herbst, bei Niedrigwasser, machen wir unten im Tal wieder an den Bachverbauungen weiter“, erklärt Christian Ihrenberger, Gebietsbauleiter der Wildbach im Bezirk Reutte, das Prozedere.

Auch heuer wird wieder ein­e stattliche Summe in den Schutz der Siedlungsräume fließen. „Insgesamt stehen uns im Bezirk dieses Jahr 4,6 Millionen Euro zur Verfügung, die wir in Schutzbauten investieren“, konkretisiert Ihrenberger. Bereits das dritte Jahr in Folge beschäftigt der Hirschbach in Höfen den Bautrupp der WLV. Ihrenberger: „Hier müssen wir heuer zwei Gemeindestraßenbrücken vergrößern. Deren Durchlass wäre bei einem Großereignis viel zu klein. Und diese Bachbaustelle wird uns auch die kommenden Jahre noch beschäftigen. Im nächsten Jahr muss der Durchlass an der B198 vergrößert werden und im Jahr darauf werden wir unterhalb noch an einem kleineren Becken arbeiten und oben am Berg die Felsverankerung der bestehenden 23 Meter hohen Schutzmauer verbessern.“

Neben dem Hirschbach in Höfen scheint auch der Lussbach in Lermoos in der Projektübersicht für 2019 auf. Hier sollen heuer laut Ihrenberger an drei Zubringerbächen Wildholzrechen installiert werden.

Was die Lawinenverbauungen im Bezirk betrifft, ist Ihrenberger erleichtert, dass die Schneemassen des heurigen Winters keine größeren Schäden verursacht haben: „Das sieht alles so weit gut aus, nur in Holzgau müssen wir an einer Verbauung einen kleineren Schaden beheben. Die Konstruktion hat größeren Druck von der Seite ab­bekommen und dafür sind die Stahlschneebrücken nicht gemacht.“

Um der „weißen Gefahr“ auch weiterhin Einhalt zu gebieten, werden für die Mitarbeiter der WLV heuer wieder zahlreiche Einsatzstunden hoch über dem Tal anfallen. In Häselgehr wurde letztes Jahr die Sanierung der bestehenden Lawinenverbauung abgeschlossen. Sie wurd­e 1955 als Erste ihrer Art errichtet. „Heuer werden wir dort drei zusätzliche Reihen errichten“, beschreibt Ihrenberger das Vorhaben und fügt hinzu: „Auch die Arbeiten am Hönig in Berwang gehen heue­r wieder weiter. Dort stehen bereits viereinhalb Reihen, insgesamt sollen es zehn werden.“

700.000 Euro sind für die Erweiterung der zwei Lawinenverbauungen veranschlagt.