Letztes Update am Mi, 20.03.2019 07:12

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Mosambik

Zyklon „Idai“: Naturkatastrophe in Größenordnung wie nie zuvor

Zyklon „Idai“ hat weite Teile von Mosambik verwüstet. In den höhergelegenen Gebieten sind vor allem Zelte und Hygieneartikel dringend notwendig. Dazu kommen Nahrungsmittel und chemische Wasseraufbereitung.

Der Zyklon hat Zerstörung und Chaos angerichtet.

© AFPDer Zyklon hat Zerstörung und Chaos angerichtet.



Maputo/Beira/Harare – Der Durchzug des Zyklons „Idai“ über Mosambik „ist eine Naturkatastrophe, die wir in der Größenordnung noch nicht erlebt haben“. Das sagte Marc Nosbach, CARE-Länderdirektor in der Krisenregion, am Dienstagabend im APA-Gespräch. „Idai“ sei zuerst als normaler Sturm über Mosambik bis Malawi gezogen und dann wieder auf den Indischen Ozean hinaus, wo er zu dem Wirbelsturm anwuchs. Dann kam „Idai“ zurück.

Es könne schon vorkommen, dass ein oder zwei der Ursachen, die zu dem Zyklon führten, zusammentreffen. „Aber nicht alle drei“, sagte Nosbach. Das Problem dürfte auch sein, dass der Zyklon zwar schon vor einigen Tagen durchgezogen ist und schwere Verwüstungen anrichtete, dass aber die Wettersituation in den kommenden Tagen äußerst prekär bleibt.

„Die ganze Infrastruktur ist weg“

Nosbach zufolge hatten sich die Regionalregierung und auch die Hilfsorganisationen bereits auf ein großes Ereignis vorbereitet. „Wir hatten im Hinterland von Beira (eine der größten Städte in Mosambik und ein sehr wichtiger Hafen, Anm.) ein Team positioniert. Es dauerte aber einen ganzen Tag, bis das Team nach Beira kam und sich ein Bild an Ort und Stelle machen konnte“, schilderte Nosbach. „Die ganze Infrastruktur ist weg, bis heute gibt es keine Mobilkommunikation, die ganze Stadt ist durch eine Flut abgeschnitten.“ Immerhin sei am Sonntag der Flughafen wieder in Betrieb genommen worden.

„Es ist jetzt das Wichtigste, die Menschen zu retten“, sagte der CARE-Länderdirektor. Es geht zunächst darum, Menschen, die sich auf ihre Dächer geflüchtet haben, in Sicherheit zu bringen. Menschen, die sich in höhere Regionen geflüchtet haben, müssen versorgt werden. „Wir hatten schon zwölf Lkw in die Krisenregion geschickt“, sagte Nosbach. In den höhergelegenen Gebieten sind vor allem Zelte und Hygieneartikel dringend notwendig. Dazu kommen Nahrungsmittel und – sehr wichtig – chemische Wasseraufbereitung. Große Trinkwasseraufbereitungsanlagen in Betrieb zu nehmen, ist noch nicht möglich, weil es weder Strom noch Treibstoff für Generatoren gibt.

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Trinkwasser und Hygieneartikel

„Dann muss die Region wieder mit dem langsamen Aufbau beginnen. Viele Schulen und Kliniken sind abgedeckt“, umriss Nosbach die weitere Vorgangsweise. „Sehr wichtig ist der Wiederaufbau des Flughafens.“ Er habe bereits auch erste Aktivitäten im Hafen entdeckt. Dann kommen Kommunikationsnetz und Strom. Die Mobilkommunikation ist schon deshalb sehr wichtig, weil viele Familien noch ihre Verwandten suchen. Und das ist ohne entsprechende Kommunikationsmöglichkeiten kaum realistisch.

Doch zunächst geht es um Nahrungsmittel, Trinkwasseraufbereitung und Hygieneartikel. „Wir liefern Hygienepakete, unter anderem mit Seife und Wasserkannen, und Familienpakete, auch mit Moskitonetzen“, sagte Nosbach. Darin liege auch eine der Hauptaufgaben von CARE. „Hilfe so rasch wie möglich ist dringend erforderlich“, sagte Nosbach der APA. Mit Geldmittel könne man die notwendigen Dinge anschaffen. (APA)

Die Menschen stehen für Wasser und Essen an.
Die Menschen stehen für Wasser und Essen an.
- AFP