Letztes Update am Mo, 25.03.2019 16:15

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Mosambik

Zyklon „Idai“: Warnung vor Krankheiten, US-Militär schickt Hilfe

Babys sterben im Krankenhaus, weil der Strom ausfällt. Es drohen schwere Epidemien. Das berichten Helfer aus dem Katastrophengebiet in Mosambik. Jetzt will auch das US-Militär helfen. Der ORF und Hilfsorganisationen starten eine „Nachbar in Not“-Aktion.

Kinder haben in einem zerstörten Gebäude in Beira Plastikblumen gesammelt.

© AFPKinder haben in einem zerstörten Gebäude in Beira Plastikblumen gesammelt.



Maputo – Es kommt täglich mehr Hilfe nach Mosambik, aber auch das Ausmaß der humanitären Katastrophe wird immer deutlicher. In den überschwemmten Gebieten im Zentrum des Landes im südlichen Afrika ist Helfern zufolge die Angst vor dem Ausbruch schwerer Durchfallerkrankungen wie Cholera und Typhus gestiegen.

ORF startet „Nachbar in Not“-Aktion

Um die vom Zyklon „Idai“ verursachte Notlage zu bewältigen, wird nun auch das US-Militär die Helfer in Mosambik unterstützen. Zudem kündigten am Montag Organisationen wie die Welthungerhilfe und Ärzte ohne Grenzen einen weiteren Ausbau ihres Hilfseinsatzes an. Der ORF hat am Montag mit mehreren Hilfsorganisationen eine „Nachbar in Not“-Spendenaktion gestartet.

Die US-Streitkräfte stellten auf Anfrage der US-Entwicklungsbehörde (USAID) und in Absprache mit Mosambik Hilfe bereit, teilte das US-Oberkommando für Afrika (Africom) in der Nacht auf Montag mit. Während die genauen Bedürfnisse noch bewertet würden, bringe das Militär bereits Einsatzmittel - vermutlich zunächst Schiffe und Hubschrauber - in Stellung, hieß es. Das Verteidigungsministerium sei „bereit, dabei zu helfen, Leben zu retten und die Not mit zeitnaher und bedeutender Unterstützung“ zu lindern.

Ein Mann überquert eine überflutete Straße.
Ein Mann überquert eine überflutete Straße.
- AFP

Der Einsatz des US-Militärs mit seinen immensen Ressourcen könnte den Hilfseinsatz deutlich beschleunigen. Bisher beteiligten sich daran neben örtlichen Kräften das indische Militär mit drei Schiffen sowie die südafrikanischen Streitkräfte mit mehreren Hubschraubern.

Am 15. März hatte der schwere Tropensturm weite Teile von Mosambik, Malawi und Simbabwe verwüstet und mit heftigen Regenfällen vor allem in Mosambik weite Landstriche unter Wasser gesetzt. Rund 700 Menschen sind nach Regierungsangaben ums Leben gekommen – die tatsächliche Zahl dürfte nach Einschätzung von Helfern jedoch deutlich höher liegen.

Das Katastrophengebiet erstreckt sich über Hunderte Kilometer von Mosambik nach Simbabwe und Malawi. Hilfsorganisationen sprechen von einer großen humanitären Krise. Nach UN-Schätzungen sind rund drei Millionen Menschen betroffen. Allein in Mosambik sollen rund 400.000 Menschen zeitweise obdachlos geworden sein.

Viele Orte nach wie vor abgeschnitten

Viele Orte in Mosambik sind wegen der Überschwemmungen nach wie vor von der Außenwelt abgeschnitten und können nur per Boot oder aus der Luft erreicht werden. In der Großstadt Beira gab es auch weiterhin keinen Strom. Weil es auch keine geregelte Versorgung mit Trinkwasser und nur mangelnde Hygiene gab, rechneten Experten mit dem Ausbruch von Krankheiten. Es seien vorsorglich Cholera-Behandlungszentren errichtet worden, hatte ein Minister am Sonntag erklärt.

Helfer machten sich zudem Sorgen über die Tausenden Kinder, die wegen des Sturms ihre Eltern verloren haben oder von ihren Familien getrennt wurden. „Wir müssen jetzt sehr schnell handeln, damit diese Kinder nicht in die Hände von Menschenhändlern fallen oder Opfer von sexueller Gewalt oder Frühverheiratung werden“, teilte Claire Rogers, die Chefin von World Vision Australien, in Beira mit. Die Not sei groß. Babys, die im Krankenhaus in Beira behandelt wurden, starben, als der Strom für ihre Pflege ausging, wie Rogers schilderte. Das Krankenhaus wird mit Hilfe von Generatoren mit Strom versorgt.

Mehr als 250 Tote in Simbabwe

In Mosambiks Nachbarland Simbabwe stieg die Zahl der Todesopfer infolge des Sturms laut Regierung inzwischen auf 259. Allerdings gab die Regierung eine Entwarnung: Ein Staudamm im Bezirk Chimanimani, der zuvor laut Zivilschutzbehörde zu brechen drohte, wurde für sicher erklärt. Zuvor hatten die Behörden Tausende Menschen stromabwärts zur Evakuierung aufgefordert (APA/dpa)

„Nachbar in Not - Hungersnot Afrika“

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