Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 16.04.2019


Kongo

Osttiroler soll Strategie zur Ebola-Bekämpfung umsetzen

Der gebürtige Osttiroler Marcus Bachmann – hier bei einem Einsatz im Südsudan – reist morgen mit Ärzte ohne Grenzen ins Ebola-Gebiet in die Demokratische Republik Kongo.

© MSFDer gebürtige Osttiroler Marcus Bachmann – hier bei einem Einsatz im Südsudan – reist morgen mit Ärzte ohne Grenzen ins Ebola-Gebiet in die Demokratische Republik Kongo.



Der Ebola-Ausbruch im Nordosten der Demokratischen Republik Kongo verlangt seit August 2018 nationalen und internationalen Hilfskräften alles ab. Die jüngsten Zahlen — sie stammen vom vergangenen Samstag — sprechen von 1251 Ebola-Fällen in der betroffenen Region. Bisher sind über 800 Tote zu beklagen. Die Sterblichkeitsrate liegt bei 63 Prozent. Nun soll der gebürtige Osttiroler und Ebola-Experte Marcus Bachmann als stellvertretender Einsatzleiter von Ärzte ohne Grenzen helfen, vor Ort eine neue Strategie in der Bekämpfung der Epidemie umzusetzen. „Die vergangenen drei Wochen waren die schlimmsten seit dem Ausbruch, was die Neuerkrankungen betrifft", berichtet Bachmann. Er spricht von einer echten medizinischen Krise, die weiter eskalieren könnte, wenn es nicht endlich gelingt, die Verbreitung einzudämmen. „Seit dem ersten Ausbruch einer Ebola-Epidemie 1976 ist das die zweitgrößte Epidemie überhaupt", betont Bachmann. Dass sich achteinhalb Monate nach dem Ausbruch die Lage verschlimmert statt verbessert hat, mache nach Ansicht von Ärzte ohne Grenzen einen dringenden Strategiewechsel notwendig. Dazu zählen laut Bachmann unter anderem eine intensivere Aufklärungsarbeit innerhalb der Bevölkerung und ein besseres Zusammenspiel der Bekämpfungsaktivitäten. Bachmann reist morgen in die Demokratische Republik Kongo, Anfang Juni ist seine Rückkehr geplant. (np)