Letztes Update am Mi, 17.07.2019 14:03

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Schiffsunglück

Schiffsunglück in Budapest: Auch zweites Schiff fuhr über Boot

Der Kapitän der „Viking Sigyn“ informierte seinen Kollegen auf der hinter ihm fahrenden „Viking Ingvi“ über den Zusammenstoß, dieser fuhr jedoch ungebremst weiter.

Ein Kran zog das verunglückte Schiff an die Wasseroberfläche. Dort wurde es von den Einsatzkräften inspiziert. (Archivfoto)

© AFPEin Kran zog das verunglückte Schiff an die Wasseroberfläche. Dort wurde es von den Einsatzkräften inspiziert. (Archivfoto)



Budapest – Bei dem Schiffsunglück in Budapest Ende Mai ist offenbar auch ein zweites Kreuzfahrtschiff über das gekenterte Ausflugsboot gefahren. Das berichtet die ungarische Zeitung Magyar Nemzet am Mittwoch mit Berufung auf die Verhörprotokolle zu dem Fall.

Demnach hatten erst auf Deck fotografierende US-Touristen den Kapitän des Kreuzfahrtsschiffs „Viking Sigyn“ darauf aufmerksam gemacht, dass das Schiff das Ausflugsboot „Hableany“ (Nixe) überfahren hatte. Wenige Minuten später sprach Kapitän Jurij C. über Funk mit dem Kapitän des nachfolgenden Kreuzfahrtschiffes „Viking Ingvi“. „Ich habe irgendein Schiff überfahren, siehst du etwas hinter mir?“ fragte er demnach.

Der Kapitän der „Viking Ingvi“ antwortete mit „Hinter dir sehe ich nichts“ und fuhr ungebremst weiter – offenbar genau über die gekenterte „Hableany“ und die ins Wasser gestürzten Passagiere, berichtet das Blatt. Die Betreiberfirma des Ausflugsschiffes hatte bereits früher Ermittlungen gegen die Verantwortlichen der „Viking Ingvi“ wegen unterlassender Hilfeleistung gefordert.

Das 1000-Tonnen-Flusskreuzfahrtschiff „Viking Sigyn“ war am 29. Mai im Stadtzentrum der ungarischen Hauptstadt, während der Einfahrt unter die Margaretenbrücke, mit dem Ausflugsboot zusammengestoßen. Das kleine Boot mit 33 südkoreanischen Passagieren und zwei Besatzungsmitgliedern an Bord sank innerhalb weniger Sekunden. Nur sieben Insassen konnten sich retten. Mittlerweile konnten nach Angaben der ungarischen Polizei 27 Tote des Unglücks geborgen werden, zuletzt am 5. Juli. Damit gilt nur noch ein Opfer als vermisst. Die Toten wurden demnach teils mehr als 100 Kilometer stromabwärts vom Unfallort gefunden. (APA)

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