Letztes Update am Mi, 07.08.2019 15:29

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


DR Kongo

Mehr als 500 Kinder im Ost-Kongo an Ebola gestorben

Seit einem Jahr wütet die Seuche in zwei Provinzen des zentralafrikanischen Landes. Laut der Hilfsorganisation Save the Children haben sich bereits mehr als 700 Kinder mit dem gefährlichen Virus infiziert.

Mit Desinfektionsmittel wird versucht, die Ausbreitung der Krankheit einzudämmen.

© AFPMit Desinfektionsmittel wird versucht, die Ausbreitung der Krankheit einzudämmen.



Goma – Im Ost-Kongo sind nach Angaben einer Hilfsorganisation bisher mehr als 500 Kinder an Ebola gestorben. „Wir sind an einem dramatischen Punkt angekommen bei dieser Epidemie, die so erbarmungslos Kinder in den Tod reißt – vor allem die Jüngsten“, teilte am Mittwoch Heather Kerr mit, die Leiterin von Save the Children im Kongo.

Insgesamt hätten sich mindestens 737 Kinder mit dem gefährlich Virus infiziert. 40 Prozent davon sind Kerr zufolge jünger als fünf. Darüber hinaus seien auch Kinder betroffen, die nicht mit Ebola infiziert seien, so die Hilfsorganisation, die im Osten des Kongos im Einsatz ist. Tausende Kinder haben demnach durch die Krankheit mindestens einen Elternteil verloren oder wurden von ihren Eltern getrennt. Sie seien traumatisiert und würden oftmals von den Gemeinden ausgegrenzt.

Seit einem Jahr wütet die Seuche Ebola in den Provinzen Nord-Kivu und Ituri im Osten des zentralafrikanischen Landes. Den Behörden im Kongo zufolge sind bisher 2.764 Menschen erkrankt und 1.857 Menschen gestorben. Nach der verheerenden Epidemie in Westafrika 2014/2015 mit über 11.000 Toten ist dies der bisher schlimmste Ebola-Ausbruch. Dieser Ausbruch ist besonders schwer in den Griff zu bekommen, da in der Region etliche Milizen aktiv sind und Menschen immer wieder vor der Gewalt fliehen müssen.