Letztes Update am So, 25.08.2019 11:06

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Unwetter

Unwetter richteten in Ostösterreich zum Teil schwere Schäden an

Unwetter in der Steiermark, in Niederösterreich und im Burgenland sorgten für zahlreiche Feuerwehreinsätze. Es kam zu Überflutungen, Murenabgängen und Verklausungen.

Ein abgerutschter Hang im Ortsteil Graden bei Köflach bedroht ein Wohnhaus. Das Haus musste daraufhin evakuiert werden.

© BFV VOITSBERGEin abgerutschter Hang im Ortsteil Graden bei Köflach bedroht ein Wohnhaus. Das Haus musste daraufhin evakuiert werden.



Köflach, Melk, Deutschkreutz – Nach schweren Unwettern am Samstagnachmittag und -abend ist ein Wohnhaus im weststeirischen Voitsberg evakuiert worden. Ein Hang hinter dem Gebäude hatte nachgegeben, sagte Christian Leitgeb, Bereichsfeuerwehrkommandant aus Voitsberg am Sonntag. Zudem waren in Köflach „massive Vermurungen und Verklausungen“ zu beseitigen. Zwölf Wehren mit rund 130 Helfern waren im Bezirk im Einsatz.

In Köflach war besonders der Ortsteil Graden betroffen: An drei Stellen gaben Hänge nach. Ein Bewohner musste sein Haus verlassen. Ein Geologe wird sich die Lage am Sonntag oder Montag genauer anschauen. „Im Stadtgebiet sind die Bäche übergegangen. Verklausungen gab es bei jeder Brücke“, so Leitgeb. Die Landesstraße wurde vermurt und eine Brücke beschädigt. Die Fahrbahnen wurden mit schwerem Gerät und Traktoren gereinigt.

Eine überflutete und vermurte Straße im Bereich Voitsberg/Köflach.
Eine überflutete und vermurte Straße im Bereich Voitsberg/Köflach.
- BFV VOITSBERG

Sechs bis sieben überflutete Keller wurde ausgepumpt oder von Schlamm befreit. Sonntagfrüh wurden noch Sicherungsarbeiten durchgeführt, „falls wieder Regen kommt“. Ursache für die Schäden war der lang anhaltende Niederschlag Samstagnachmittag.

Gemeinde Obdach zum Katastrophengebiet erklärt

Im obersteirischen Obdach (Bezirk Murtal) sind die Schäden größer als noch am Samstagabend erwartet: Umfangreiche Arbeiten sind nötig, um die auf einer Länge von einem Kilometer weggerissene Gemeindestraße zu sanieren, teilte Katastrophenschutzreferent Michael Schickhofer (SPÖ) am Sonntag mit. Die Gemeinde wurde zum Katastrophengebiet erklärt.

Eine überflutete Straße im Bereich Voitsberg/Köflach.
Eine überflutete Straße im Bereich Voitsberg/Köflach.
- BFV VOITSBERG

Mit dem Status als Katastrophengebiet könne nun „rasch und unbürokratisch“ Hilfe geleistet werden. Die abgeschnittenen Gehöfte sollen schnellstmöglich wieder erreichbar sein. Schickhofer betonte: „Jetzt geht es darum, dass Obdach schnell geholfen wird. Ich danke allen Einsatzkräften, die seit den Abendstunden im Einsatz stehen, um Unwetterschäden zu beseitigen und die Sicherheit wieder herzustellen.“

Auch Niederösterreich und Burgenland betroffen

Auch in Teilen Niederösterreichs mussten zahlreiche Feuerwehren ausrücken: Am meisten zu tun gab es für die Helfer in den Bezirken Melk und Neunkirchen. Insgesamt waren rund 300 Feuerwehrleute im Einsatz. Neben Auspumparbeiten galt es, umgefallene Bäume zu beseitigen. Im Bezirk Melk mussten 17 Einsätze bewältigt werden, im Bezirk Neunkirchen hielten 16 Einsätze die Feuerwehrleute auf Trab.

Gewitter und teils starker Wind sorgten am Samstagabend auch im Burgenland für Feuerwehreinsätze. Insgesamt rückten 20 Wehren aus. Am stärksten betroffen waren der Raum zwischen Lutzmannsburg und Deutschkreutz im Bezirk Oberpullendorf. Vereinzelte Einsätze gab es darüber hinaus in allen Landesteilen. Die Feuerwehren Neusiedl am See und Purbach wurden zu zwei Bootsbergungen auf dem Neusiedler See alarmiert. (TT.com, APA)