Letztes Update am Di, 29.10.2019 14:50

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Großbrand

Grenfell-Tower-Katastrophe: Heftige Kritik an Londoner Feuerwehr

Die Reaktion der Feuerwehr habe „schwerwiegende Mängel“ und „systemische“ Fehler aufgewiesen, zitierten Medien aus dem Untersuchungsbericht.

72 Menschen kamen beim Brand am 14. Juni 2017 im Londoner Grenfell Tower ums Leben.

© Natalie Oxford72 Menschen kamen beim Brand am 14. Juni 2017 im Londoner Grenfell Tower ums Leben.



London – Zwei Jahre nach dem Großbrand im Londoner Hochhaus Grenfell Tower mit Dutzenden Toten wirft ein offizieller Bericht der Feuerwehr laut britischen Medien schwere Versäumnisse vor. Die Reaktion der Feuerwehr habe „schwerwiegende Mängel“ und „systemische“ Fehler aufgewiesen, zitierten mehrere Medien am Dienstag aus dem Untersuchungsbericht, der eigentlich erst einen Tag später veröffentlicht werden sollte.

Weniger Menschen wären bei dem Feuer gestorben, wenn die Londoner Feuerwehr früher bestimmte Maßnahmen ergriffen hätte, hieß es demnach in dem Bericht. Kritisiert worden sei insbesondere die Anweisung der Feuerwehr an die Bewohner des Hochhauses, in den Wohnungen zu bleiben. Zu spät sei die Evakuierung des brennenden Gebäudes angeordnet worden. Die Londoner Feuerwehr lehnte einen Kommentar vor der offiziellen Veröffentlichung des Berichts ab.

72 Menschen waren im Juni 2017 in den Flammen ums Leben gekommen. Ein Kühlschrank hatte damals Feuer gefangen und den Brand ausgelöst. Die Flammen breiteten sich dann in rasendem Tempo in dem 24-stöckigen Sozialbau aus. Viele Menschen wurden im Schlaf von den Flammen überrascht. Den Mieter der Wohnung, in dem das Feuer ausbrach, treffe keine Schuld, zitierten britische Medien aus dem Bericht. Es habe sich um einen elektrischen Defekt gehandelt.

Eine neu angebrachte Fassadenverkleidung aus brennbarem Kunststoff sei ein „Hauptgrund“ dafür gewesen, dass die Flammen sich so schnell ausbreiteten. Der Großbrand in London hatte zu einer Überprüfung vieler Hochhäuser im ganzen Land geführt, bei der sich herausstellte, dass bei vielen Hochhäusern ähnliche Fassadenteile verbaut wurden. (APA/dpa)