Letztes Update am Mo, 02.12.2019 12:29

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Albanien

Erdbeben in Albanien: 51 Todesopfer, Suche nach Überlebenden eingestellt

Das letzte der über 1300 Nachbeben nach dem verheerenden Erdbeben letzten Dienstag wurde am Montagmorgen registriert. Nach jüngsten Angaben kamen insgesamt 51 Menschen ums Leben, rund 2000 wurden verletzt.

Knapp 2000 Gebäude wurden bei dem Erdbeben beschädigt oder völlig zerstört.

© AFP/ShkullakuKnapp 2000 Gebäude wurden bei dem Erdbeben beschädigt oder völlig zerstört.



Tirana – Bei dem schweren Erdbeben in Albanien vor knapp einer Woche sind nach jüngsten Angaben der Behörden 51 Menschen ums Leben gekommen, berichtete am Montag der TV-Sender Top Channel. Rund 2000 Personen wurden verletzt.

Seit dem Erdbeben der Stärke 6,4 am vergangenen Dienstag, das vor allem im Gebiet der Küstenstadt Durres und der Hauptstadt Tirana Schäden anrichtete, wurden laut dem albanischen Verteidigungsministerium mehr als 1300 Nachbeben registriert. Bei diesen Erdstößen lag die Stärke häufig über 3,5.

Ein Erdbeben der Stärke 4,3 wurde laut dem Internetportal „Klix.ba“ zuletzt am Montag um 9.20 Uhr notiert. Das Epizentrum lag demnach 25 Kilometer nordwestlich von Tirana in der Tiefe von zehn Kilometern. Zunächst gab es keine Informationen über eventuelle Opfer oder Sachschaden. Zuvor war um 5.23 Uhr ein Erdbeben der Stärke 4 in der Region um die herzegowinischen Stadt Nevesinje registriert worden.

SPENDEN für Albanien

Suche nach Überlebenden eingestellt

Die Suche nach weiteren Überlebenden unter den Trümmern stellten die Rettungskräfte am vergangenen Wochenende ein. Nach einer Kabinettssitzung am Samstagmorgen teilte Ministerpräsident Edi Rama mit, dass 41 Menschen sich derzeit noch in medizinischer Behandlung befänden. Der kleine Balkanstaat, eines der ärmsten Länder Europas, erhält seit dem Erdbeben viel internationale Solidarität. Neben Politikern drückten auch Prominente ihr Mitgefühl aus.

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Das Epizentrum des Bebens der Stärke 6,4 lag nach Angaben des Instituts für Geowissenschaften in Tirana zehn Kilometer nördlich der westlichen Hafenstadt Durres und 30 Kilometer westlich der Hauptstadt Tirana. Durres und das davon rund 40 Kilometer entfernte Thumana gehörten zu den am stärksten getroffenen Städten.

Am Wochenende wurde die Suche nach weiteren Überlebenden schließlich eingestellt.
Am Wochenende wurde die Suche nach weiteren Überlebenden schließlich eingestellt.
- AFP

Das Beben hat nach Angaben Ramas knapp 2000 Gebäude beschädigt, Experten müssten weitere 265 begutachten. Laxe Bauvorschriften in den schnell wachsenden albanischen Küstenorten könnten zum Ausmaß der Schäden beigetragen haben.

Neues Gesetz gegen sicherheitsgefährdende Bauweise

In einer Sitzung diskutierte die Regierung nach Angaben Ramas die Ausarbeitung eines neuen Gesetzes, das sicherheitsgefährdende Bauprobleme unter Strafe stellen würde. Im Extremfall drohten Bauarbeitern, Architekten und Bauleitern demnach bei Verstößen zwischen 7 bis 15 Jahren Haft.

Die Behörden setzten ihre Bemühungen fort, eine Unterkunft für Tausende Menschen zu finden, die wegen des Erdbebens vorerst nicht in ihre Häuser zurückkehren können. Viele Hotels stellten ihre Zimmer zur Verfügung. Dennoch mussten viele Betroffene auf Klappbetten und Matratzen in Schulturnhallen übernachten.

Die neue EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sagte Albanien Unterstützung zu. Sie habe mit Rama gesprochen, der ihr von der schwierigen Situation nach dem Erdbeben erzählt habe, schrieb die CDU-Politikerin am Samstag auf Twitter. „Ich habe großen Respekt vor dem albanischen Volk, das trotz der Umstände ruhig geblieben ist.“ Die EU stehe mit Mitgefühl und Taten an der Seite Albaniens. Der Kommissar für Krisenmanagement Janez Lenarcic werde demnach am Mittwoch nach Albanien reisen.

Auch Prominente rufen zu Spenden auf

Unter albanischstämmigen Prominenten löste die Nachricht vom Erdbeben Bestürzung aus. Die britischen Sängerinnen Rita Ora und Dua Lipa riefen über Twitter zu Spenden auf. „Ich habe Familie und Freunde in Albanien, also rufe ich zu meinem Geburtstag alle auf, für eine (Organsation) zu spenden“, schrieb Ora, die am 26. November ihren 29. Geburtstag feierte. Einer auserwählten Familie wolle sie zudem selbst den Wiederaufbau ihres Hauses finanzieren.

Auch Dua Lipa wollte es nicht bei einem Spendenaufruf belassen. Die 24-Jährige schrieb auf Instagram, sie arbeite mit befreundeten Modedesignern an „Material, das weltweit verkauft wird“. Weitere Details zu dem Projekt verriet sie nicht. Die Erlöse sollen betroffenen Familien in Albanien zugutekommen. (APA/dpa)

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