Letztes Update am Di, 07.01.2014 11:31

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


20.000 Tote

Naturkatastrophen 2013: weniger Sachschäden, aber mehr Tote

Der weltgrößte Rückversicherer Munich Re zieht Bilanz: Insgesamt seien 2013 bei 880 Naturkatastrophen mehr als 20.000 Menschen ums Leben gekommen.



München - Naturkatastrophen haben im vergangenen Jahr Milliardenschäden angerichtet und weltweit mehr als 20.000 Menschen das Leben gekostet, doppelt so viele wie 2012. Ungewöhnlich hoch fielen die Unwetterschäden vor allem in Europa aus, berichtete der weltgrößte Rückversicherer Munich Re am Dienstag in München in seiner Naturkatastrophen-Bilanz des Jahres 2013.

Insgesamt seien 2013 bei 880 Naturkatastrophen mehr als 20.000 Menschen ums Leben gekommen, erklärte der weltgrößte Rückversicherer. Das sind doppelt so viel Todesopfer wie 2012, aber gut 80 Prozent weniger als im Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre.

Die Gesamtschäden summierten sich im abgelaufenen Jahr auf 125 Mrd. Dollar (92 Mrd. Euro), wie die Münchener Rück am Dienstag mitteilte. Das sind 27 Prozent weniger als 2012 und 32 Prozent weniger als im Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre.

Hagel in Deutschland am teuersten für Versicherungswirtschaft

Das weltweit teuerste Ereignis für die Versicherungswirtschaft waren Hagelstürme Ende Juli in Teilen Deutschlands mit einem versicherten Schaden von rund 2,8 Mrd. Euro. Auch die Hochwasserflut im Juni in Bayern und Ostdeutschland kostete die Versicherungen mehr als zwei Mrd. Euro. Da nicht alle Schäden versichert waren, liegen die gesamtwirtschaftlichen Kosten durch die Flut nochmals deutlich höher.

Im November fegte der Taifun Haiyan über den Süden der Philippinen und machte viele Orte wie die Küstenstadt Tacloban dem Erdboden gleich. Mehr als 6.000 Menschen kamen ums Leben, Millionen wurden obdachlos. Die Münchner Rück geht davon aus, dass in Zukunft häufiger Taifune auf Inseln und Küstenregionen in Südostasien treffen werden.

Warnungen und vorbeugende Maßnahmen hätten 2013 in einigen Fällen die Auswirkungen von Naturkatastrophen begrenzt, sagte Münchner-Rück-Vorstand Torsten Jeworrek. „Gleichzeitig mahnen Ereignisse wie auf den Philippinen, dass in Entwicklungs- und Schwellenländern dringend mehr getan werden muss, um die Menschen besser zu schützen.“ (APA/Reuters/dpa)