Letztes Update am Fr, 14.04.2017 11:35

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Traunkirchen

Steinerner Phallus nun mit gelber Hülle

In Traunkirchen in Oberösterreich hatte ein neben einem Kreuzweg aufgestellter, riesiger Phallus vor Kurzem für einiges an Unmut gesorgt. Nun ist eine Lösung gefunden worden. Der Millionär, der den Steinpenis aufgestellt hatte, sprach vom “Osterfrieden“.

Ein gelber Sichtschutz verhüllt den riesigen Phallus, damit Gläubige sich beim Gebet nicht gestört fühlen.

© APAEin gelber Sichtschutz verhüllt den riesigen Phallus, damit Gläubige sich beim Gebet nicht gestört fühlen.



Traunkirchen - Der Streit um einen steinernen Phallus am Rande eines Pilgerwegs in Traunkirchen in Öberosterreich ist kurz vor Ostern entschärft worden. Die mehr als zwei Meter hohe Skulptur wurde mit einer gelben Folie verhüllt, die entfernt an ein Kondom erinnert und zwei Aufschriften trägt.

Auf einer Seite ist Friedrich Nietzsches Zitat "Gelobt sei, was hart macht" zu lesen. Als zweiter Spruch prangt ein kurzes Gedicht, das von Johann Wolfgang von Goethe stammen soll, auf der gelben Hülle: "Gerne der Zeiten gedenk' ich, da alle Glieder gelenkig - bis auf eins. Doch die Zeiten sind vorüber, steif geworden alle Glieder - bis auf eins.

Der unverhüllte Phallus.
Der unverhüllte Phallus.
- APA/FOTOKERSCHI.AT

Die Gemeinde Traunkirchen zeigte sich am Donnerstag mit der Verhüllung zufrieden. Und auch der Kunst- und Immobilienhändler Jürgen Hesz sagte nach einem Gespräch mit dem Bürgermeister: "Jetzt haben wir uns den Osterfrieden gegeben."

Hesz hatte in seinem drei Hektar großen Park den Phallus so umsetzen lassen, dass er in Sichtweite des Pilgerwegs stand. Wie er nun einräumte, war eine Portion Provokation dabei.

Pilger waren darüber nicht glücklich. Nach den Worten eines Diakons sahen viele Gläubige ein Problem darin, in unmittelbarer Nähe der Penis-Skulptur ein Glaubenszeugnis abzulegen. Das angeblich 2000 Jahre alte Fruchtbarkeits-Symbol will der Besitzer nach Ostern nun versteigern lassen. (TT.com, dpa)