Letztes Update am Sa, 28.10.2017 20:49

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Tierschützer protestierten

Schweizer Metzger schlachteten öffentlich zwei Schweine

In Sissach bei Basel haben Schweizer Metzger mit der öffentlichen Schlachtung zweier Schweine für Aufregung gesorgt. Tierschützer verurteilten die Aktion. Die Metzger hingegen verteidigten sie. Man habe dem Publikum das Handwerk des Metzgers zeigen wollen.

© APA/dpa/BüttnerSymbolfoto.



Sissach - Trotz Protesten von Tierschützern haben Schweizer Metzger in Sissach bei Basel öffentlich zwei Schweine geschlachtet. Sie wollten dem Publikum das Handwerk des Metzgers zeigen, hatte die Metzgerei Häring vorher angekündigt. Zuschauer sollten eine fachgerechte Schlachtung nach alter Tradition sehen und lernen, wie Fleisch verarbeitet wird.

Einige Dutzend Zuschauer waren am Samstag dabei, als die Tiere getötet, gereinigt und auseinander genommen wurden. In der Nähe protestierten Tierschützer gegen die öffentliche Schlachtung. "Tiere fühlen, Tiere leiden" oder "Ihr Schmerz für euren Genuss" stand auf ihren Plakaten.

Blutwurst am Abend

Wer die Realität der Fleischproduktion sehen wolle, gehe besser in ein Schlachthaus, meinte der Schweizer Tierschutz (STS). Er argwöhnte, dass die Metzgerei mit dem öffentlichen Töten nur Schaulustige anziehen wollte.

Als Skandal brandmarkte der ehemalige Pfarrer Lukas Baumann (56) die Veranstaltung. "Öffentlich darf eine solche Gewalt nicht gezeigt werden", sagte er der Boulevardzeitung Blick. Die Metzgerei blieb unbeirrt. Sie wollte am Abend in einem Festzelt schlachtfrische Leber- und Blutwurst auftischen. (dpa)