Letztes Update am Mo, 05.02.2018 10:52

DPA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Deutschland

Rentner hielt Polizistin für Betrügerin und schoss: Frau erlitt Knalltrauma

Der 90-Jährige war zuvor Opfer von Trickbetrügern geworden, die sich als Polizeibeamte ausgaben. Als eine echte Polizeistreife auftauchte, hielt der Pensionist sie für Ganoven.

© APAAus Angst um die eigene Sicherheit kauften zuletzt vermehrt Tiroler eine Waffe. Für Soziologen ist das kein neues Phänomen.



Glashütten – Ein 90-Jähriger in Hessen hat eine Polizistin für eine Betrügerin gehalten und mit einem Gewehr auf sie geschossen. Dabei erlitt die Beamtin ein Knalltrauma, wie die Polizei am frühen Montagmorgen mitteilte. „Wir haben Glück gehabt, das hätte auch viel schlimmer ausgehen können“, sagte ein Sprecher der Polizei. Der Rentner war am Sonntag in Glashütten im Hochtaunuskreis Betrügern auf den Leim gegangen, die sich als Polizeibeamte ausgegeben hatten.

Die Unbekannten hatten ihm vorgemacht, sein Geld sei in Gefahr und die Polizei wolle sein Vermögen schützen. Dazu wurde er aufgefordert, mehrere tausend Euro vor der Haustür abzulegen, welches die Betrüger abholten. Die falschen Polizeibeamten hatten vorgegeben, ihn von der Nummer des Notrufs anzurufen. Als er diese Nummer anrief, um Rückfragen zu klären, geriet er an die echten Beamten. Eine vorbeigeschickte Streife hielt er für falsch und schoss auf die Beamtin. Der Mann hat die Erlaubnis, Waffen zu besitzen.

Die Masche der „falschen Polizeibeamten“ komme in den vergangenen Tagen gehäuft vor, sagte der Sprecher. Die Betrüger rufen dabei gezielt ältere Menschen in gut betuchten Gegenden an und geben sich als Polizeibeamte oder Staatsanwälte aus. Sie machen ihnen vor, ihr Vermögen sei in Gefahr und fordern die Senioren dann auf, ihnen Bargeld zu übergeben, unter dem Vorwand, dieses schützen zu wollen. Dabei nutzen sie generierte Telefonnummern, die denen der örtlichen Polizei ähneln oder dem Notruf 110 entsprechen. (dpa)