Letztes Update am So, 02.09.2018 15:58

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


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Herrenloses Känguru sorgt im Mühlviertel für Staunen

Das Tier wurde am Samstag an einem Waldrand gesichtet. Das Mühlviertel wäre für das Känguru als neue Heimat einer Expertin zufolge kein Problem.

© APA/Wilhelm FiggeSymbolbild.



Kirchschlag — Ein Känguru hat bei Autofahrer am Samstag im oberösterreichischen Kirchschlag für ungläubige Blicke gesorgt. Das Tier war am Waldrand in einer Wiese aufgetaucht und herumgehüpft. Danach tauchte es wieder im Gehölz unter. Wo der Exot herkam, war auch am Sonntag noch unklar. Die Polizei bat um Hinweise. Nachfragen des ORF-Radios im Tierpark Altenfelden und im Linzer Zoo brachten keinen Erfolg. Einem der Augenzeugen gelang es noch, das Känguru vor dem Verschwinden zu filmen.

Mühlviertel wäre als neue Heimat kein Problem

Einer Expertin zufolge könnte das Tier im Mühlviertel auch zum Dauergast werden. Zoologin Daniela Artmann sichtete am Sonntag für die APA das Bildmaterial. "Es dürfte ein Bennett-Känguru sein, die halten kühle Temperaturen gut aus." Demnach müsse man das Tier auch nicht zwingend einfangen, da es sich bei Frost und Kälte selber einen geeigneten Unterschlupf suchen würde.

Die Zoologin, die selber im Tierpark Schmiding in Krenglbach (Bezirk Wels-Land) einige dieser hüpfenden Zeitgenossen betreut, spricht hier aus Erfahrung. "Auch im Winter brauchen sie keine Heizung". Sollte das herrenlose Känguru bis zum Winter noch im Mühlviertel sein, würde eine Futterkrippe wie für Rehe für den Pflanzenfresser genügen.

Für Menschen harmlos

Spaziergänger müssten vor dem Bennett-Springer auch keine Angst haben. Anders als Riesenkängurus, deren Begegnung mitunter lebensbedrohlich für Menschen sein kann, sei die im Mühlviertel gesichtete Art harmlos. Das Tier habe zwar einen natürlichen Fluchtinstinkt, wenn es aus einer privaten Haltung stamme und den Menschen gewöhnt ist, könne es möglicherweise aber auch für Streicheleinheiten zugänglich sein. Für eine private Haltung bedürfe es in Österreich aber einer Genehmigung, so die Expertin.

"Es häufen sich die Sichtungen, die Leute rufen bei uns an", meinte ein Polizist der Inspektion Hellmonsödt am Sonntag. An ein Einfangen sei vorerst aber nicht gedacht. Man betrachte die Angelegenheit aktuell "wie einen entlaufenen Hund." Den möglichen Besitzer will man aber, wenn es geht, ausfindig machen. (TT.com, APA)