Letztes Update am Di, 12.03.2019 06:58

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Osttirol

Biber auf Kurzbesuch vor dem Lienzer Gymnasium

Ein junger Biber hatte sich in den kleinen Teich vor dem Lienzer Gymnasium verirrt. Er wurde zurück in die Drau-Auen gebracht.

Der Biber wurde evakuiert und wieder in die Au zurückgebracht.

© Peter UnterwegerDer Biber wurde evakuiert und wieder in die Au zurückgebracht.



Von Catharina Oblasser

Lienz – Junge Biber sind wanderlustig: Diese Eigenschaft hatte eines der Tiere in Osttirol auf Abwege geführt. Am Sonntagnachmittag tauchte der Biber nämlich vor dem Lienzer Gymnasium auf, und zwar im kleinen Teich, der sich vor dem Haupteingang befindet. Kaum hatten die ersten Passanten den noch nie dagewesenen Gast gesichtet, wuchs die Zahl der Schaulustigen. Und bald erfuhr auch die Bezirkshauptmannschaft Lienz davon, die als Behörde für Tierfragen dieser Art zuständig ist. Die Tiroler Biberbeauftragte Monika Eder-Trenkwalder wurde ebenfalls um Hilfe gebeten.

„Wahrscheinlich ist das Tier von seinem normalen Aufenthaltsort die Drau entlang gewandert und dann über einen Seitenarm bis in die Stadt gelangt“, vermutet die Biber-Expertin. Den kleinen Teich vor der Schule dürfte es dann als rettende Oase angesehen haben, so Eder-Trenkwalder. Jungbiber gehen gewöhnlich auf Wanderschaft. Dass ein Tier aber mitten im Wohngebiet auftaucht, sei doch sehr selten, sagt sie.

Am Sonntagabend waren schließlich Mitarbeiter der Bezirkshauptmannschaft zur Stelle, um den unerwarteten Besucher in einer speziellen Box möglichst schonend in seinen angestammten Lebens­raum zurückzubringen. „Man hätte auch warten können, ob der Biber selbst den Weg zurück findet“, erläutert Monika Eder-Trenkwalder. „Doch das wäre sehr riskant gewesen. Es hätte leicht passieren können, dass das Tier dabei von einem Auto überfahren wird.“ Dieser Gefahr wollte man den Biber nicht aussetzen. Schließlich gibt es in Osttirol nur sehr wenige Exemplare.

„Der Biber steht generell unter strengem Schutz“, berichtet Bezirkshauptfrau Olga Reisner. Der Schutz geht so weit, dass sogar das „Stören“ dieser Tiere verboten ist. Deshalb war eine eigene Bewilligung für den Rücktransport des jungen Ausreißers in die Au nötig.

Was tun, falls wieder einmal ein Biber – oder auch ein anderes Wildtier – auftaucht? „Gleich die Behörde informieren“, sagt die Bezirkshauptfrau. Streichelversuche oder andere Annäherungen sind weder ratsam noch erlaubt.

Das kleine Biotop vor dem Lienzer Gymnasium war anschenend ganz nach dem Geschmack des Bibers.
Das kleine Biotop vor dem Lienzer Gymnasium war anschenend ganz nach dem Geschmack des Bibers.
- Peter Unterweger



Kommentieren


Schlagworte