Letztes Update am Mi, 13.03.2019 09:32

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Kurioses

Bayerische Gemeinde kaufte Klopapier für zwölf Jahre

1000 Euro sparte die bayerische Gemeinde Fuchsbach, weil sie 2006 aus Versehen Klopapier auf Vorrat kaufte – für zwölf Jahre. Jetzt ist das letzte Blatt der Riesenlieferung aufgebraucht.

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Fuchsbach – Klopapierkauf kann eine Herausforderung sein. Das haben Mitarbeiter der Gemeinde Fuchstal in Bayern festgestellt: Sie hatten im Jahr 2006 Klopapier für zwölf Jahre im Voraus gekauft und damit rund 1000 Euro gespart – gleichzeitig aber für logistische Probleme gesorgt.

Jetzt meldet die Deutsche Presseagentur: Das letzte Blatt aus der gigantischen Lieferung ist abgerissen! „Nun ist die letzte Rolle verbraucht“, meldete Bürgermeister Erwin Karg gestern. Künftig wird es wieder Klopapier aus frischer Produktion geben, zweilagig und weiß. „Bis ich mich daran gewöhnt habe, dauert es bestimmt noch mal zwölf Jahre“, meinte Karg.

6000 Euro geblecht, zweite Charge storniert

Die Riesenlieferung kam 2006 zustande, weil ein argloser Verwaltungsmitarbeiter bei der Bestellung die Größe der Verpackungseinheiten ignoriert hatte. Erst als ein Sattelschlepper mit Tausenden Rollen im 4000-Einwohner-Ort aufgetaucht war, war der Gemeinde damals klar geworden, dass etwas schief gelaufen war. Wäre ein zweiter Lastwagen nicht gerade noch abbestellt worden, wäre der Klopapiervorrat sogar auf 24 Jahre angeschwollen.

Mehrere Tage lang verteilte damals ein vierköpfiges Team das Klopapier im Gesamtwert von 6000 Euro im Rathaus, Schulen und anderen öffentlichen Einrichtungen. In den folgenden zwölf Jahren gab in Fuchsbach also genügend Klopapier – allerdings einlagig. Daher brachten viele Mitarbeiter von Schulen und Verwaltung sogar ihr eigenes Toilettenpapier mit. Ein weiteres Problem: Bei zu viel Sonnenlicht wurde das einlagige Klopapier gelb und brüchig. Daher musste das Klopapier regelrecht versteckt werden.

Die 6000 Euro waren ein heftiger finanzieller Schlag. „Unterm Strich haben wir uns aber 1000 Euro gespart, da im Folgejahr die Holz- und somit Klopapierpreise gestiegen sind“, sagte der Bürgermeister dem Bayerischen Rundfunk. (dpa, TT.com)




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