Letztes Update am Do, 27.06.2019 15:09

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Skurriler Fall

Tat nicht ausgeführt: Spanierin zeigte Auftragsmörder wegen Betrugs an

Ihr Schwiegersohn habe die Anzahlung von 7000 Euro eingestrichen, aber ihren Lebensgefährten nicht wie vereinbart umgebracht. Mit diesem „Betrugsvorwurf“ kam eine Spanierin in eine Polizeistation in Madrid.

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© AFP(Symbolfoto)



Madrid - Eine Spanierin hat ihren Schwiegersohn als Auftragskiller angeheuert – und ihn anschließend wegen Betrugs bei der Polizei angezeigt, weil er den Auftrag nicht ausführte. Nach Angaben der Madrider Polizei erschien die Frau vor wenigen Tagen gemeinsam mit ihrer Tochter auf einer Wache, um sowohl ihren Lebensgefährten als auch ihren Schwiegersohn wegen Betrugs anzuzeigen.

Nach Aussagen der Frau hatte der Lebensgefährte sie durch Betrügereien um 60.000 Euro gebracht. Als ihre Tochter dies ihrem Mann erzählte, habe dieser angeboten, die beiden Frauen zu rächen und erzählt, er arbeite für den Geheimdienst. Der Schwiegersohn soll eine Anzahlung von 7000 Euro gefordert haben, um den Lebensgefährten zu ermorden – durch den Verkauf von dessen Organen wollte er angeblich anschließend die 60.000 Euro wieder eintreiben.

Drei Festnahmen

Mutter und Tochter stimmten zu, ein schriftlicher Vertrag wurde aufgesetzt. Doch die Zeit ging ins Land, ohne dass der Plan in die Tat umgesetzt wurde. Erbost gingen Mutter und Tochter schließlich zur Polizei um Anzeige zu erstatten. Beide wurden festgenommen, ebenso der Möchtegern-Killer. Gegen sie wird nun wegen Anstiftung zum Mord ermittelt. Der als Mordopfer auserkorene Lebensgefährte erfreue sich weiterhin „bester Gesundheit“, erklärte ein Polizeisprecher. (APA/AFP)