Letztes Update am Fr, 06.09.2019 15:48

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Kurioses

Zwillinge mit 73: Indischer Arzt spricht von “medizinischem Wunder“

Mangayamma und ihr 80 Jahre alter Ehemann waren 57 Jahre verheiratet und wollten schon immer Kinder. Auf natürlichem Wege wurde die Frau aber nie schwanger. Das Paar hatte sich für eine künstliche Befruchtung entschieden.

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Neu Delhi — Eine 73 Jahre alte Frau in Indien hat nach Klinikangaben Zwillinge geboren haben. Erramatti Mangayamma wurde durch künstliche Befruchtung schwanger, wie ihr behandelnder Arzt Umashankar Sanakkayala von der Ahalya IVF Klinik in der südindischen Stadt Guntur der Deutschen Presse-Agentur am Freitag sagte. Nach der Geburt per Kaiserschnitt am Donnerstag gehe es der Mutter und ihren beiden Töchtern gut. „Ich bin sehr glücklich", sagte die neue Mutter laut der indischen Nachrichtenagentur IANS. Für ihren Arzt ist klar: „Es ist ein medizinisches Wunder — eine Errungenschaft der modernen Medizin."

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Mangayamma und ihr 80 Jahre alter Ehemann waren 57 Jahre verheiratet und wollten schon immer Kinder. Auf natürlichem Wege wurde die Frau aber nie schwanger, bei der künstlichen Befruchtung hingegen gleich beim ersten Versuch, wie der Arzt sagte. „Die Frau war sehr gesund und deshalb hat es geklappt." Das Paar hätte sich für eine künstliche Befruchtung entschieden, nachdem eine Nachbarin auf diese Weise mit 55 Jahren Mutter geworden sei, hieß es in örtlichen Medienberichten. Wegen ihres hohen Alters, sei sie während der Schwangerschaft in der Klinik geblieben.

„In diesem Alter ist eine Schwangerschaft nur noch über eine Eizellspende möglich", sagt Reproduktionsmediziner Georg Döhmen vom Kinderwunschzentrum Niederrhein auf Anfrage. „Der Erfolg der Schwangerschaft hängt hauptsächlich von Qualität und Alter der Eizelle ab." Eine Eizellspende sei in diesem Alter allerdings ethisch problematisch, etwa aufgrund der kurzen zu erwartenden Lebenszeit der Mutter mit allen Konsequenzen für das Kind. Auch sei eine Schwangerschaft in diesem Alter mit vielen Risiken verbunden.

Bei einer künstlichen Befruchtung werden eine oder mehrere Eizellen außerhalb des Körpers mit Spermien befruchtet und nach einigen Tagen in die Gebärmutter eingesetzt. Die Frau trägt das Kind selbst aus. Diese Methode ist für manche Frauen die letzte Hoffnung, die aufgrund ihres Alters, einer Krankheit oder genereller Unfruchtbarkeit keine Kinder bekommen können. In Deutschland ist die Eizellspende verboten. (dpa)