Letztes Update am Fr, 06.12.2013 18:54

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Kurioses

Agrarsubventionen für Farmville-Bauern: Betrüger aufgeflogen

Virtuelle Rinder statt echter Kühe: 500.000 Euro Subventionen erschlichen sich dreiste Betrüger von der EU. Nach drei Jahren flog der Schwindel mit der Farmville-Viehzucht auf, die Zahlungen wurden eingestellt. Doch nun klagen die betrügerischen Internet-Bauern.



Brüssel – Mehrere Milliarden Euro Fördergelder vergibt die Europäische Union jedes Jahr an bäuerliche Großbetriebe. Offenbar reicht auch schon ein virtueller Bauernhof des Facebook-Spiels „Farmville“, um Subventionen zu bekommen. Wie mehrere Medien in Deutschland, Großbritannien und Rumänien berichten, haben sich einige Rumänen mit ihrer Internet-Rinderzucht über drei Jahre insgesamt 500.000 Euro an Agrarsubventionen erschwindelt. 1860 virtuelle Kühe versorgten sie auf ihren acht Farmville-Höfen, schreibt der Bayerische Rundfunk auf seiner Homepage. Aus dem EU-Fonds für Milchviehbetriebe bekamen sie schließlich zwischen 100 und 150 Euro pro Tier. Sogar für eventuelle Tierarzt-Kontrollen hatte die Bande vorgesorgt: Sie besaßen tatsächlich ein paar echte Kühe.

Doch dann flog der Schwindel auf. Eine örtliche Behörde beantragte den Stopp der Zahlungen. Die Internet-Züchter waren damit natürlich ganz und gar nicht einverstanden - und holten zur Gegenoffensive aus: Die Gang hat die rumänische Regierung verklagt. In den EU-Bestimmungen stehe nämlich nicht, dass es sich um echte Tiere handeln müsse, so ihre Begründung.

Die rumänischen Behörden weisen übrigens jede Schuld von sich: Die Gruppe habe glaubwürdige Dokumente vorgelegt. Und Beamte seien nicht verpflichtet, Kontrollen bei den Milchviehbetrieben durchzuführen. (tt.com)




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