Letztes Update am Mo, 14.12.2015 18:53

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


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88-jähriger König Bhumibol tritt wieder öffentlich bei Zeremonie auf

Der dienstälteste Monarch der Welt war seit geraumer Zeit nicht in der Öffentlichkeit erschienen. Nicht einmal bei seinem Geburtstag vor wenigen Tagen.

Aktuelle Aufnahmen zeigen König Bhumibol bei einer öffentlichen Zeremonie.

© REUTERSAktuelle Aufnahmen zeigen König Bhumibol bei einer öffentlichen Zeremonie.



Bangkok – Der thailändische König Bhumibol Adulyadej (Rama IX.), der seit zwei Jahren viel Zeit im Krankenhaus verbrachte, ist am Montag bei einer öffentlichen Zeremonie aufgetreten. Die Behörden gaben ein offizielles Foto heraus, auf dem zu sehen ist, wie der 88-jährige Monarch im schwarzen Anzug auf einem goldenen Thron sitzend in einem Krankenhaus von Bangkok neue Richter vereidigt.

Es war der erste öffentliche Auftritt Bhumibols seit September. Damals gab das Königshaus ein Video heraus, das den Monarchen im Rollstuhl beim Besuch eines Krankenhaus-Shops zeigte.

Bhumibol, der dienstälteste Monarch der Welt, wird von seinen Landsleuten fast wie eine Gottheit verehrt. Seinen Geburtstag am 5. Dezember feierten seine Untertanen ohne einen öffentlichen Auftritt des Monarchen. Die Sorge um den König, der als Garant von Thailands Einheit gilt, und um die Zukunft des Landes ist groß.

Militär an der Macht

Im Mai 2014 übernahm nach monatelangen Protesten das Militär die Macht. Durch die Bevölkerung des Landes geht ein tiefer Riss zwischen der Elite in der Hauptstadt und der Landbevölkerung. Ein Großteil der einfachen Leute unterstützte die im Vorjahr gestürzte Ministerpräsidentin Yingluck Shinawatra und ihren 2006 ebenfalls gestürzten Bruder Thaksin Shinawatra.

Die thailändische Monarchie ist durch drakonische Gesetze gegen Majestätsbeleidigung geschützt. Bei Kritik oder Beleidigung von Mitgliedern des Königshauses drohen für jedes Einzeldelikt bis zu 15 Jahre Haft. Die Militärjunta wendet diese Gesetzte rigoros an, nach Meinung von Beobachtern auch, um Kritiker mundtot zu machen.

Gegner der Militärjunta machen seit einiger Zeit Druck und fordern die Aufklärung eines angeblichen Korruptionsskandals um den in der Stadt Hua Hin errichteten Rajabhakti-Park, in dem Monumentalstatuen von sieben Königen stehen. Bei der Errichtung sollen Schmiergelder geflossen sein. Die auf ihr Saubermann-Image bedachte Junta hat Aufklärung versprochen. Allerdings wurden wiederholt Aktivisten am Betreten des Parks gehindert und festgenommen.

Drakonische Strafen wegen Majestätsbeleidigung

Am Sonntag wurde Thanet Anantawong, ein 25-jähriger Student, in einem Spital verhaftet, wo er auf eine Operation wartete. Er hatte auf Facebook eine Infografik zu dem angeblichen Korruptionsskandal um den Rajabhakti-Park geteilt, wie ein prominenter Junta-Gegner, Siriwat Serithiwat, mitteilte. Thanet wird Verbreitung falscher Informationen und Aufwiegelung vorgeworfen.

Wenige Tage zuvor war Thanakorn Siripaiboon (27) wegen desselben Vorwurfs verhaftet worden. Ihm droht zudem eine Anklage wegen Majestätsbeleidigung, weil er einen „Like“-Button unter einen nach Meinung der Justizbehörden beleidigenden Facebook-Eintrag über König Bhumibol angeklickt hatte.

Westliche Kritik an ihrem Vorgehen wies die thailändische Junta energisch zurück. So leitete die thailändische Polizei Vorermittlungen gegen den US-Botschafter in Bangkok, Glyn Davies, ein, nachdem sich dieser kritisch über die langen Haftstrafen wegen Majestätsbeleidigung geäußert hatte.

Auch der britische Botschafter Mark Kent zog sich den Zorn der Generäle zu, weil er gewagt hatte, das Demonstrationsverbot im Rajabhakti-Park infrage zu stellen. Solche Äußerungen würden nur zur Erhöhung der Spannungen in Thailand beitragen und Gesetzesbrecher ermutigen, dem Land weiteren Schaden zuzufügen, empörte sich Junta-Sprecher Generalmajor Werachon Sukondhapatipak laut Medienberichten. (APA/AFP/Reuters)