Letztes Update am Mi, 07.02.2018 13:19

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Porträt

Model, Schauspieler, Investor, Papa: Ashton Kutcher wird 40

Er studierte Biochemie und jobbte als Putzkraft, als ihn ein Talentscout ansprach: Übers Modeln kam der Frauenschwarm nach Hollywood.

© AFPDer Frauenschwarm feiert am 7. Februar seinen 40. Geburtstag.



Los Angeles — Als Schauspieler überzeugte Ashton Kutcher vor allem als „Ladies Man". Anstatt sich in der Filmwelt abzustrampeln, investierte er sein Geld in Tech-Unternehmen. Mit zwei jungen Kindern scheinen er und Frau Mila Kunis im glücklichen Familienleben angekommen zu sein. Am Mittwoch, 7. Februar feiert er seinen 40. Geburtstag.

Den hübschen Kerl, der die Frau mit einem charmanten Witz und einem Lächeln zum Date überredet, hat er einfach drauf. Lang war Ashton Kutcher die männliche Idealbesetzung in der amerikanischen „Rom-Com", dieser manchmal seichten, aber meist gut gemeinten Feel-Good-Mischung aus Romantik und Komödie. Wirklich ausbrechen konnte er aus diesem Genre nur mit einer TV-Serie. Und inzwischen scheint es, als habe der Investor Kutcher den Schauspieler in ihm überholt.

Das Paar hat zwei Kinder: Dimitri Portwood Kutcher (1) und Wyatt Isabelle Kutcher (3).
- AFP

Vom Biochemie-Student mit Nebenjobs zum erfolgreichen Model

Geboren wurde Christopher Ashton Kutcher als Sohn eines Angestellten und einer Fabrikarbeiterin in Cedar Rapids — der zweitgrößten Stadt Iowas. Mit seiner älteren Schwester Tausha und seinem Zwillingsbruder Michael wuchs er in bescheidenen, aber glücklichen Verhältnissen auf. Als seine Eltern einen Schlussstrich unter ihre Ehe setzten und sein Bruder sich aufgrund seiner Herzerkrankung mit nur 14 einer Organtransplantation unterziehen musste, beschloss Kutcher, Biochemie zu studieren. Er schrieb sich an der Universität von Iowa ein und jobbte nebenbei als Putzkraft — bis ihn 1997 ein Talentscout ansprach.

Fun Facts:

  • Ashton Kutcher ist sehr aktiv auf Twitter. 2009 war er die erste Person mit mehr als einer Million Followern.
  • In seiner Sendung "Punk'd" nahm Kutcher auch einmal Mila Kunis aufs Korn - Jahre bevor die beiden ein Paar wurden.
  • Seit seiner Ehe mit Demi Moore ist der 40-Jährige ein Anhänger der Kabbala.

Dunkelbraune Augen, markiges Kinn und verstrubbelte Haare, als sei er gerade aus dem Bett gestiegen — mit seinem Look dürfte der 1,89 Meter große Mann aus Iowa schon einige Fans in Verzückung versetzt haben. So war es auch sein Gesicht, das ihm in jungen Jahren die Werbe-Aufträge bei einer Pizza-Kette und dann beim Modelabel Calvin Klein verschaffte. Bald spazierte er für Versace und Gucci über Catwalks in Mailand, Paris und London.

„Rom-Com" wird Kutchers Steckenpferd

Gut möglich, dass Christopher Ashton Kutcher den eher zufälligen Seitensprung in die Welt der Schauspielerei ohne seine Model-Karriere nie gemacht hätte. Aber als Michael Kelso in „Die wilden Siebziger" kam er an und hatte die „Rom-Com" bald darauf in sein Steckenpferd verwandelt. An Seite von Brittany Murphy in „Voll verheiratet" (2003), in „So was wie Liebe" (2005) oder mit Cameron Diaz in „Love Vegas" (2008) wirkte er wie ein Typ zum Verlieben von nebenan. Auch seine von 2003 bis 2007 auf dem Musiksender MTV laufende eigene Show namens „Punk'd", in der er Prominente reinlegt und sich darüber köstlich amüsiert, trug nicht zu einem Imagewandel bei.

Wirklich ausbrechen konnte Kutcher aus diesem Genre kaum. Filme wie der erfolgreiche Science-Fiction-Thriller „The Butterfly Effect" und „Bobby" um die Ermordung Robert Kennedys blieben die Ausnahme. In „Kiss & Kill" durfte Kutcher zwar auch mal als harter Killer antreten — allerdings nicht, ohne dabei den augenzwinkernden Boy mit dem muskulösen Oberkörper zu bieten. Der Film brachte Kutcher 2011 dann auch den Spott-Preis der Goldenen Himbeere für die schlechteste schauspielerische Leistung des Jahres ein.

"Two and a Half Men" und ein guter Riecher für Investments

Eher mittelmäßig lief es auch mit „Jobs" (2013) über den als Genie gefeierten Apple-Gründer Steve Jobs. Kutcher legte sich für die Rolle ins Zeug, blieb aber vor allem wegen seiner verblüffenden Ähnlichkeit mit dem jungen Jobs hängen. Dass zwei Jahre später das überzeugendere, mit einem Golden Globe ausgezeichnete Biopic „Steve Jobs" mit Michael Fassbender in die Kinos kam, machte die Sache nicht besser. Am ehesten blieb Kutcher zuletzt noch als Nachfolger von Charlie Sheen in der TV-Sitcom „Two and a Half Men" über eine chaotische Männer-WG in Erinnerung, in der er bis 2015 mitspielte.

Wirklich gejuckt zu haben scheint all das Kutcher nicht. Anstatt sich nur vor und teils hinter der Kamera abzustrampeln, legte er seine hohen Gagen als Wagniskapitalgeber in der Tech-Branche an. Den Wert von Unternehmen wie Uber, Airbnb, Spotify und Skype erkannte Kutcher früh. Mit seinem Partner Guy Oseary habe er 30 Millionen Dollar über sechs Jahre in 250 Millionen Dollar (201 Mio Euro) verwandelt, schrieb das Wirtschaftsmagazin „Forbes" im Frühjahr 2016.

Demi Moore und Ashton Kutcher 2010.
- AFP

Nach Rosenkrieg mit Demi Moore: Familienleben mit Mila Kunis

Nicht zuletzt mit seinem Privatleben machte Ashton Kutcher auf sich aufmerksam: Die Ehe mit der 15 Jahre älteren Demi Moore sorgte für Schlagzeilen. Die beiden gaben sich im September 2005 das Ja-Wort und galten ganze sechs Jahre als Traumpaar — immer Seite an Seite im Partnerlook und im gemeinsamen Twitter-Profil. 2011 wurden Gerüchte über einen Seitensprung des Darstellers laut, das Paar gab schließlich seine Trennung bekannt.

Nach seiner geschiedenen Ehe mit Demi Moore stellt Kutcher heute seine Frau Mila Kunis, mit der er zwei junge Kinder hat, privat an erste Stelle. „Alles, was Mila sagt, stimmt", scherzte er im Interview mit Moderatorin Ellen DeGeneres im Mai. Auf Fotos sehen er und die ukrainisch-stämmige Schauspielerin glücklich aus. Und irgendwie ist Kutcher der Bogen zurück zu seiner Schauspielerei dann auch durch seine Beziehung gelungen: Kunis und Kutcher lernten sich seinerzeit am Set von „Die wilden Siebziger" kennen und küssten sich dort zum ersten Mal — weil es im Drehbuch stand. (dpa/TT.com)