Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 09.05.2018


Tirol

Deutscher Skandal-Rapper: Ein “Studien-Kollegah“ am MCI?

Große Aufregung herrscht am Management Center Innsbruck (MCI). Der deutsche Skandal-Rapper Kollegah will angeblich dort studieren.

Der Rapper Kollegah hat mit seinen rassistischen Texten einen Skandal in der deutschen Musikszene ausgelöst. Nun interessiert er sich für einen Studiengang am MCI in Innsbruck.

© dpa/Britta PedersenDer Rapper Kollegah hat mit seinen rassistischen Texten einen Skandal in der deutschen Musikszene ausgelöst. Nun interessiert er sich für einen Studiengang am MCI in Innsbruck.



Innsbruck – Für große Aufregung sorgt eine Meldung, die sich gestern wie ein Lauffeuer in allen Social-Media-Kanälen verbreitet hat: Der deutsche Gangsta-Rapper Kollegah will in Innsbruck studieren. Laut Auskunft der ÖH hätte sich Kollegah für einen „Executive-Studiengang“ am MCI (Management Center Innsbruck) beworben.

Auf diese Idee scheint ihn sein „bester Freund“, Unternehmer Gerald Hörhan, gebracht zu haben, der anscheinend bald das Fach „Digital Business“ im MCI unterrichten wird. Kollegah postete vor vier Monaten ein gemeinsames Foto auf Instagram, zelebrierte damit seine Freundschaft mit Hörhan und kündigte angeberisch „ein millionenschweres Projekt“ an. Diese Superfreundschaft wurde allerdings vor dem Skandal rund um das Ende des deutschen Echo-Musikpreises gefeiert.

Zur Erinnerung: Der deutsche Echo-Musikpreis wurde wegen der Auszeichnung der Rapper Farid Bang und Kollegah abgeschafft, weil die beiden Musiker mit ihren rassistischen und antisemitischen Liedtexten für vehementen Protest in der gesamten Musikszene sorgten. So lautete eine stumpfsinnige Textzeile: „Mein Körper definierter als von Auschwitzinsassen.“

Nun gibt es keinen Echo-Musikpreis mehr und die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Volksverhetzung gegen die beiden Rapper. Das Internationale Auschwitz-Komitee hat das peinliche Rapper-Duo sogar zu einem Besuch in die KZ-Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau eingeladen. Diesen Termin haben die beiden bisher noch nicht wahrgenommen.

Sollten Studierende demnächst einem Kollegen mit dem Namen Felix Blume im Hörsaal begegnen, dann ist das besagter Kollegah mit bürgerlichem Namen. Allerdings bleibt fraglich, ob Kollegah den Aufnahmetest schaffen wird, denn bei diesem Aufnahmeverfahren spielt die Gesinnung, die man vertritt, eine entscheidende Rolle. Darauf pocht MCI-Geschäftsführer Andreas Altmann: „In aller Klarheit wird festgehalten, dass sich das MCI von diskriminierenden, rassistischen oder die Menschenwürde in sonstiger Weise beeinträchtigenden Haltungen ausdrücklich distanziert.“

Wird das mit dem Studium in Innsbruck für Kollegah doch schwieriger als gedacht? Für den selbsternannten „King of Rap“ ist es vielleicht eine weitere Gelegenheit, seine Liedtexte zu überdenken. In diesem Zusammenhang könnte er sich auch von der Textzeile „Ich bin der Beste hier“ verabschieden. (geta)