Letztes Update am Fr, 15.03.2019 17:43

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Aus bei „Fuller House“ und Hallmark

Wegen Bestechungsskandal: Lori Loughlin steht vor Karriere-Aus

Als „Tante Becky“ in der Erfolgsserie „Full House“ wurde Lori Loughlin einst weltberühmt. Doch wegen ihrer Verwicklung in den Uni-Bestechungsskandal beendet nun ein erster US-Sender die Zusammenarbeit mit ihr. Und auch bei Netflix droht der Schauspielerin das Aus.

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Los Angeles – Der US-Fernsehsender Hallmark Channel will nicht länger mit Lori Loughlin (54) zusammenarbeiten. Und die Schauspielerin, die in den Betrugsskandal an US-Unis verwickelt ist, könnte auch ihre bekannteste Rolle verlieren. Es scheine „unvermeidlich“, dass Netflix „Tante Becky“ aus der fünften und letzten Staffel von „Fuller House“ streiche, schreibt das US-Branchenportal Deadline. Mit dieser Figur, die Lori Loughlin bereits in „Full House“ verkörperte, wurde die 54-Jährige weltweit bekannt.

„Es ist vorbei“, zitiert Deadline einen angeblichen Insider zu Loughlins Engagement in der Netflix-Serie. Von dem Streamingdienst selbst gab es bisher keine offizielle Stellungnahme dazu. Die fünfte Staffel von „Fuller House“ könnte Ende des Jahres ausgestrahlt werden, heißt es. Hallmark Channel hatte zuvor laut Deadline die Reihe „Garage Sale Mystery“ mit Loughlin gestrichen. Die Serie „When Calls the Heart“ soll offenbar ohne die Schauspielerin fortgesetzt werden.

Kautionen in Millionen-Höhe

Loughlin und ihr Mann, Modedesigner Mossimo Giannulli, werden beschuldigt, 500.000 Dollar gezahlt zu haben, um ihre zwei Töchter in ein Ruder-Team der University of Southern California zu bekommen. Die Schauspielerin befindet sich mittlerweile wieder auf freiem Fuß: Loughlin soll nach ihrer Verhaftung durch das FBI eine Kaution von einer Million Dollar (etwa 880.000 Euro) hinterlegt haben, wie mehrere US-Medien übereinstimmend berichteten.

Giannulli war bereits am 12. März verhaftet worden und musste die gleiche Summe zahlen. Insgesamt 50 Personen sollen in den US-Bestechungsskandal verwickelt sein. Darunter auch „Desperate Housewives“-Star Felicity Huffman. Ihnen allen wird vorgeworfen, die Zulassung ihrer Kinder an Elite-Unis illegal durch Geldzuwendungen ermöglicht zu haben.

„Das widert mich an“: Promis empören sich

Zahlreiche US-Prominente haben öffentlich gegen ihre Kollegen ausgeteilt, denen vorgeworfen wird, ihre Kinder mit Bestechungen an Elite-Unis geschleust zu haben. „Ich bin trotz aller Widrigkeiten durch harte Arbeit und Beharrlichkeit in Harvard angenommen worden“, schrieb etwa „Breaking Bad“-Star Dean Norris auf Twitter. „Keiner meiner Eltern ging aufs College, wir hatten nicht einmal Geld für die SAT-Vorbereitungskurse, geschweige denn für Bestechungsgelder. Beschämend.“

Kinder aus der Arbeiterklasse hätten es auch ohne reiche und privilegierte Eltern schwer genug, schrieb Norris weiter. „Wenn ich an all die Kids denke, die hart gelernt haben, lange wach geblieben sind, Nebenjobs hatten, um die Gebühren ihrer Uni-Bewerbungen zu finanzieren und dann von den Elite-Unis abgelehnt wurden, weil irgendwelche reichen Arschlöcher für ihre ohnehin schon privilegierten Kinder betrügen – dann widert mich das an.“

„Danke, Mutter, dass du dich nicht genug geschert hast“

Auch Supermodel und Ehefrau von Schmusesänger John Legend, Chrissy Teigen, konnte sich ein paar böse Tweets nicht verkneifen. „Danke, Mutter, dass du dich nicht genug dafür geschert hast, mich an eine Uni zu bringen“, schrieb die 33-Jährige. Kurz darauf postete sie eine Fotocollage von vier bekannten Sportlern, auf deren Köpfe sie ihr Gesicht, das ihres Mannes und zwei weiteren Freunden gephotoshopt hatte. „Sieht das echt aus?“, fragte sie keck. „Wir versuchen es nach Harvard zu schaffen.“

„Papas Oscar hat geholfen“

Ben Dreyfuss, Sohn von Oscar-Preisträger Richard Dreyfuss, scherzte auf Twitter: „Ich bin auf altmodische Art und Weise ins College gekommen: Indem ich die Berühmtheit meines Vaters für sich selbst habe sprechen lassen.“ Darunter teilte er den Screenshot eines Chatverlaufs mit seiner Mutter, die ihn nach dem Tweet davon zu überzeugen versuchte, dass er es seinen Schreibfertigkeiten zu verdanken habe, es an die Elite-Uni Emerson geschafft zu haben.

In einer Reihe von Nachrichten beweist Ben seiner Mutter jedoch das Gegenteil: „Mum, ich wurde von einer High School geworfen, habe eine andere wegen akuter Drogenprobleme verlassen, dann meinen Abschluss an einer Fernschule nachgeholt, die mir angerechnet hat, dass ich einen Führerschein besitze.“ Er sei sich sicher, dass der Oscar seines Vaters ihm dabei geholfen habe, an der Emerson studieren zu können, „einer Uni, die bekanntermaßen Prominente der darstellenden Künste wertschätzt.“ Dagegen kommt auch seine Mutter nicht mehr an, die zugibt: „OK. Das kann geholfen haben“, aber gleichzeitig klarstellt, dass sein Vater niemals an die Uni gespendet habe. (TT.com)