Letztes Update am Fr, 05.04.2019 07:03

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


TT-Interview

Arabella Kiesbauer: „Die Liebe geht ihre eigenen Wege“

Arabella Kiesbauer feiert am Montag ihren 50. Geburtstag. Ein Gespräch über privates Glück und beruflichen Erfolg.

Arabella Kiesbauer feiert am Montag ihren 50. Geburtstag.

© Ernst KainerstorferArabella Kiesbauer feiert am Montag ihren 50. Geburtstag.



Frau Kiesbauer, Sie feiern am Montag (8. April) Ihren 50. Geburtstag. Haben Sie eine große Party geplant?

Arabella Kiesbauer: Nein, ich werde meinen Geburtstag bei einem schönen Essen im Kreise meiner Familie verbringen. Das ist für mich das größte Geschenk. Außerdem bin ich zufällig rund um meinen Geburtstag auf verschiedenen Partys von Freunden eingeladen. Ich habe also genug Gelegenheit, ausgiebig zu feiern. (lacht)

Es heißt ja, 50 ist das neue 30. Sehen Sie das auch so?

Kiesbauer: Ich fühle mich tatsächlich sehr fit, und so gesehen kann ich das schon bestätigen. Aber natürlich ist das allererste Gefühl, wenn man 50 wird, schon etwas eigenartig. Eigentlich habe ich weniger ans Älterwerden gedacht, sondern mit Erstaunen festgestellt, dass die Zeit so schnell vergangen ist. Ich musste an die Fernsehsendung „Es war einmal … der Mensch“ denken, in der es heißt: „Tausend Jahre sind ein Tag“. Die vergangenen Jahre sind auch für mich gefühlt so schnell vergangen.

TV-Tipp

Die 16. Staffel von „Bauer sucht Frau“ mit Arabella Kiesbauer startet am 29. Mai um 20.15 Uhr auf ATV

An welche Höhepunkte erinnern Sie sich besonders gerne?

Kiesbauer: Ich bin im Laufe meines Berufslebens natürlich sehr vielen, sehr unterschiedlichen Menschen begegnet. Das hat mich persönlich ungemein bereichert. Am prägendsten und am beglückendsten waren für mich jedoch private Ereignisse, die Geburt meiner beiden Kinder etwa, die mittlerweile schon acht und elf Jahre alt sind. Das lässt mich wieder feststellen: Die Zeit verfliegt so schnell. Sie waren doch gerade erst klitzekleine Babys. (lacht)

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Seit einiger Zeit moderieren Sie auf ATV „Bauer sucht Frau“. Was begeistert Sie persönlich an diesem Erfolgsformat?

Kiesbauer: Mir gefällt, dass ich viel in Österreich unterwegs bin, wohlgemerkt in einer zauberhaften Landschaft, denn die meisten Bauern wohnen ja sehr idyllisch. Und es ist auch für mich jedes Mal sehr aufregend, die einzelnen Kandidaten kennen zu lernen. Ich verbringe ja einen ganzen Tag mit ihnen und bekomme viele Einblicke in ihr Leben und in ihre Befindlichkeiten. Sie zeigen mir ihren Hof, aber sie erzählen mir auch, was sie bewegt und welchen Typ Frau sie suchen.

Wenn die möglichen Kandidaten aufeinandertreffen, können Sie einschätzen, bei wem es funkt?

Kiesbauer: Ich habe viele Talkshows moderiert. Da entwickelt man natürlich schon eine gewisse Menschenkenntnis. Bei „Bauer sucht Frau“ bin ich aber immer wieder erstaunt, auf welche Frau die Wahl dann am Ende fällt. Es gibt natürlich – auch redaktionsintern – Mutmaßungen, aber die bewahrheiten sich nicht immer. Es bleibt also auch für uns bis zuletzt spannend und beweist: die Liebe geht ihre eigenen Wege. Ich kann aber die Damen wirklich nur ermuntern, sich bei „Bauer sucht Frau“ zu bewerben. Es mag vielleicht ein Wagnis sein, aber es könnte am Ende mit großem Liebesglück belohnt werden.

Wie erklären Sie sich den Erfolg von „Bauer sucht Frau“?

Kiesbauer: Es geht vor allen Dingen um die Liebe. Das ist ein Thema, das uns alle bewegt und zum Lächeln bringt. Außerdem geht es auch um die Frage „Wer passt zu mir?“. Das bringt vielleicht auch die Zuseher auf die Idee, darüber nachzudenken. Und natürlich spielt die Romantik eine entscheidende Rolle, denn man kann Menschen dabei zusehen, wie sie sich ineinander verlieben. Und das in einer zauberhaften Landschaft. Gibt es etwas Schöneres? (lacht)

Wann haben Sie begonnen, fürs Fernsehen zu arbeiten?

Kiesbauer: Ich bin durch Zufal­l zum Fernsehen gekommen. Ich war damals 19 und habe nach der Matura damit begonnen, Publizistik und Theaterwissenschaften zu studieren. Bei der Party eines Freundes habe ich einen ORF-Redakteu­r von der Jugendredaktion kennen gelernt. Er hat mir gesagt, dass der ORF Moderatoren sucht. Also habe ich mich beworben und wenige Monate später damit begonnen, die Musiksendung „X-Large“ zu moderieren.

Sie wirken sehr extrovertiert. Haben Sie auch eine schüchterne Seite?

Kiesbauer: Oh ja. Ich habe auch eine sehr schüchterne und ruhige Seite. Vielleicht war sie früher ausgeprägter als heute, aber sie existiert noch. Es stimmt aber, dass es mir leichtfällt, auf Menschen zuzugehen, und ich stehe noch heute sehr gerne vor der Kamera. Mein Beruf macht mir nach wie vor großen Spaß.

Sie hatten auch eine eigene Talkshow. Was war für Sie rückblickend der Reiz an „Arabella“?

Kiesbauer: Das Tolle war, dass wir damals, also 1994, ein neues Genre etabliert haben, nämlich den Nachmittagstalk. Es war explizit eine Sendung für junge Leute. Damals gab es ja auch noch kein Social Media, d. h., diese Talkshow war eine Möglichkeit, sich über gesellschaftliche Themen auszutauschen. Es war eine Plattform, auf der sich Menschen, teilweise mit ungewöhnlichen Lebenskonzepten, präsentieren konnten. Wir hatten Transgender-­Gäst­e, bevor der Begriff überhaupt gesellschaftlich etabliert wurde. Vor allem haben wir etwa unterschiedliche sexuelle Orientierungen einfach als normal betrachtet. Das war zur damaligen Zeit noch nicht so selbstverständlich wie heute.

Könnten Sie sich vorstellen, wieder eine Talkshow zu moderieren?

Kiesbauer: Miteinander zu reden, sich auszutauschen, miteinander zu diskutieren, das verbindet uns Menschen miteinander. Insofern kann ich mir auch gut vorstellen, wieder eine Talkshow zu moderieren. Der Vorteil an „Bauer sucht Frau“ ist allerdings, dass ich nicht im Studio „eingesperrt bin“, sondern mich draußen, im unmittelbaren Lebensumfeld der Menschen bewegen kann. Dieses Unterwegssein möchte ich nicht missen, weil es mich ungemein inspiriert.

Sie moderieren „Bauer sucht Frau“ immer im Dirndl. Worin besteht für Sie der Reiz dieses Kleidungsstücks?

Kiesbauer: Ein Dirndl ist ein wunderschönes Kleidungsstück, das die weiblichen Formen sehr charmant in Szene setzt. Es bietet ein schönes Dekolletee und macht eine schmale Taille, was der Figur wiederum schmeichelt. Dirndln, die ihren klassischen Schnitt beibehalten, aber durch moderne Stoffe aufgepeppt werden, mag ich besonders gern. Wenn ich privat am Land bin, dann bin ich gelegentlich durchaus auch im Dirndl anzutreffen.

Das Gespräch führte Gerlinde Tamerl

Aus dem heimischen Medienbild ist Arabella Kiesbauer seit Jahren nicht wegzudenken.
Aus dem heimischen Medienbild ist Arabella Kiesbauer seit Jahren nicht wegzudenken.
- ERNST KAINERSTORFER

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