Letztes Update am Di, 07.05.2019 16:11

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Royaly

Unkonventioneller Start für Baby Sussex: Royale Geburt mal anders

Die Briten freuen sich über den jüngsten Spross ihres Königshauses. Royalisten müssen sich aber an neue Sitten in der Monarchie gewöhnen. Ihren Sohn werden Prinz Harry und Meghan wohl am Mittwoch der Öffentlichkeit zeigen.

Royale Fans gratulierten in Windsor.

© AFPRoyale Fans gratulierten in Windsor.



Windsor, London – Mit ihrem Nachwuchs haben Harry und Meghan ein ganz besonderes Zeichen gesetzt: Royals hin, Royals her – sie sind eine kleine Familie, die auf ihr Privatleben pocht und modern eingestellt ist. Britische Medien thematisierten das am Dienstag, einen Tag nach der Geburt des Kindes, ausführlich – und durchaus verwundert.

Schon kurz nach der Geburt den Mini-Royal der Öffentlichkeit zu präsentieren, das kam für Prinz Harry und die Herzogin von Sussex nicht infrage. Frühestens an diesem Mittwoch könnte eine kleine Gruppe von Journalisten wohl einen Blick auf den Bub erhaschen.

Was die Öffentlichkeit verblüffte: Den Eltern gelang es sogar, den Geburtsort des Babys geheim zu halten. Wurden Top-Ärzte auf Schloss Windsor beordert, um dort Meghan bei einer Hausgeburt zu helfen? „Viel zu gefährlich bei einer 37-Jährigen, die erstmals ein Kind zur Welt bringt“, meinte der Royal- und Benimmexperte William Hanson schon vor der Geburt. Sogar über eine Wassergeburt wurde spekuliert.

Am Dienstag verdichteten sich die Gerüchte, dass Meghan in der privaten Portland Klinik in London ihr Kind zur Welt gebracht hat. Ein Sprecher des Krankenhauses wollte das allerdings weder dementieren noch bestätigen. Promis geben sich hier die Klinke in die Hand: Auch der Nachwuchs von Schauspieler Hugh Grant oder den ehemaligen Spice-Girls-Mitgliedern kam hier zur Welt, wie die britische Nachrichtenagentur PA am Dienstag berichtete.

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Überglücklich trat Prinz Harry auf Windsor Castle vor die Presse.
Überglücklich trat Prinz Harry auf Windsor Castle vor die Presse.
- AFP

Seit ihrer Hochzeit vor einem Jahr gingen Harry und Meghan ihren eigenen Weg – und auch bei den Umständen der Geburt ihres ersten Kindes, wie der Telegraph am Dienstag schrieb. Selbst die Art der Verkündung, dass das Baby zur Welt gekommen sei, erscheine als „Bruch der royalen Norm“. Das Paar hatte seinen neuen Instagram-Account genutzt und geschrieben: „It‘s a boy!“ (Es ist ein Junge!). Angeblich wollten sie vor der Geburt nicht das Geschlecht ihres Kindes wissen.

Dass Harry später überwältigt von seinem kleinen Sohn und seiner Frau vor Journalisten sprach – im Hintergrund die Pferde in den Ställen von Schloss Windsor – brachte ihm viele Sympathiepunkte ein. Dabei ist der 34-Jährige ohnehin schon der Lieblings-Royal der Briten - deutlich vor seinem Vater Prinz Charles (70), der derzeit mit seiner Frau Camilla (71) auf Deutschlandbesuch ist. Doch auch Charles tritt längst nicht mehr so distinguiert auf wie einst, sondern volksnäher.

In London verkündeten große Leuchtbuchstaben vom BT Tower: "It's a baby boy!"
In London verkündeten große Leuchtbuchstaben vom BT Tower: "It's a baby boy!"
- AFP

Dass der stolze Harry den Namen seines Kindes noch nicht mitteilte und auch der Titel des Kindes noch nicht verkündet wurde, ist hingegen nicht ungewöhnlich. Das entspricht der guten, alten Sitte bei den Royals. Britische Medien halten es auch durchaus für möglich, dass die Eltern jeglichen Titel für ihren kleinen Sohn ablehnen.

Auch bei der Erziehung des Kindes trauen die britischen Medien dem Paar ungewöhnliche Wege zu. Wird die Nanny des Kleinen vielleicht aus den USA kommen? Oder gar ein Mann – also eine „Manny“ – sein?

Traditionell: Vor dem Buckingham-Palast steht die offizielle Verlautbarung.
Traditionell: Vor dem Buckingham-Palast steht die offizielle Verlautbarung.
- AFP

Ihr kleiner Sohn könnte Meghan auch ein gutes Argument liefern, in einem Monat nicht auf US-Präsident Donald Trump zu treffen, schrieb der Guardian. Trump und seine First Lady Melania sind nämlich Anfang Juni von der Queen zum Staatsbesuch eingeladen worden – mit allem Pomp des Königshauses, der dazu gehört. Damit sollen letztlich auch die Beziehungen in den Nach-Brexit-Zeiten gestärkt werden.

Meghan gilt als scharfe Kritikerin des Präsidenten, den sie unter anderem als „Frauenfeind“ bezeichnet haben soll. Seitdem sie in die königliche Familie einheiratete, muss sich die 37-Jährige solche Bemerkungen öffentlich verkneifen. Es wird allerdings mit massiven Protesten in Großbritannien gegen Trump gerechnet. (dpa)