Letztes Update am Fr, 07.06.2019 19:04

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Kritik an Artikel

„NYT“ schrieb über ihr Alter: Madonna fühlt sich „vergewaltigt“

Eine Redakteurin der „New York Times“ verbringt viel Zeit mit Madonna, um ein Porträt über diese zu schreiben. Doch was dabei herauskommt, gefällt der Queen of Pop so gar nicht: Sie fühlt sich „vergewaltigt“ und auf ihr Alter reduziert.

Sängerin Madonna  in New York.

© REUTERSSängerin Madonna in New York.



Berlin — Mit drastischer Wortwahl hat sich US-Sängerin Madonna (60, „Like a Virgin") gegen ein Porträt über sich in der New York Times (NYT) gewehrt. „Zu sagen, ich wäre enttäuscht, wäre eine Untertreibung", schrieb sie am Donnerstag (Ortszeit) bei Instagram. „Ich fühle mich vergewaltigt. Und ja, ich darf diese Analogie verwenden, weil ich mit 19 vergewaltigt wurde."

Eine New York Times-Autorin hatte nach eigener Aussage eine Woche vor den Billboard Music Awards Madonna in deren Zuhause in London besucht. In ihrem ausführlichen Artikel „Madonna at Sixty" („Madonna im Alter von 60") schrieb die Autorin, die Sängerin habe sich nicht öffnen wollen und sei „wie ein Kaktus mit Stacheln" gewesen. „Ich hatte nicht das Gefühl, genug von ihren wirklichen Gedanken über ihr wirkliches Leben zu erfahren." Zudem deutete die Autorin an, dass Madonna mit zunehmendem Alter Schwierigkeiten als Popstar habe.

In dem NYT-Porträt beschriebt Grigoriadis, wie Madonna auf dem Höhepunkt ihrer Karriere in den 1980er Jahren als „höchst autobiografischer, über-selbstbestimmter, hypersexualisierter weiblicher Popstar" zu einem dominanten Vorbild der Weiblichkeit in den USA geworden sei. Inzwischen sei sie aber eine Sechzigjährige, die ihren Platz zwischen Künstlern suche, die „zwei Generationen jünger" seien.

„Tod dem Patriarchart"

Madonna schrieb in ihrem Instagram-Post, die Journalistin habe Monate mit ihr verbracht und Zugang zu einer Welt gehabt, „die viele Menschen nicht zu sehen bekommen". Sie bereue nun, „auch nur fünf Minuten mit ihr verbracht zu haben". Die Sängerin und Schauspielerin kritisierte weiter, die Autorin habe ihre Aufmerksamkeit auf „belanglose und oberflächliche Dinge gerichtet". Sie bemängelte zudem die „endlosen Äußerungen über mein Alter, das niemals erwähnt worden wäre, wenn ich ein Mann gewesen wäre".

Für sie zeige das Porträt, dass die „ehrwürdige NYT" zu den Gründervätern des Patriarchats gehöre, schrieb die Sängerin. „Und ich sage: Tod dem Patriarchat, das tief in der Struktur unserer Gesellschaft verankert ist."

Madonna bringt Ende kommender Woche ihr 14. Studio-Album „Madame X" heraus. Es ist ihre erste Veröffentlichung mit neuer Musik seit 2015. (dpa)