Letztes Update am Fr, 16.08.2019 16:44

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Frequency

„Keine leere Hülle“: Sänger Yungblud kommt seinen Fans ganz nah

Der 22-jährige Brite spielt am Freitag auf dem Frequency Festival. Der Sänger will mit seiner Musik Themen ansprechen, die sich sonst keiner traut.

Der Sänger Yungblud gab lange vor seinem Auftritt Autogramme für seine Fans.

© APADer Sänger Yungblud gab lange vor seinem Auftritt Autogramme für seine Fans.



St. Pölten – Seinen Idolen ganz nahe kommen, auch das gibt es auf dem Frequency: Am zweiten Festivaltag zeigte sich der britische Newcomer Yungblud bereits zu früher Stunde beim Autogrammzelt, vor dem sich die Fans die Beine in den Bauch standen. Dominic Richard Harrison, wie der 22-Jährige bürgerlich heißt, belohnte sie mit reichlich Zeit und viel Energie.

„Ich kann es nicht erwarten“, ließ Yungblud schon kurz zuvor im APA-Interview wissen und machte gleich Lust auf seinen später folgenden Auftritt auf der Green Stage. „Festivals sind immer spannend. Bisher war es für uns wirklich großartig, weil die Leute immer voll abgegangen sind und alle Songs mitgesungen haben. Das ist einfach so bizarr“, lachte der Musiker, der sich stilistisch kaum einordnen lässt. Hip-Hop, Punk, eine Prise Electro? Hat alles Platz, wie sein Debüt „21st Century Liability“ im Vorjahr bewies. Vor allem scheint Yungblud aber mit seinen höchst persönlichen Texten einen Nerv bei den vorwiegend jungen Fans zu treffen.

„Leute lieben oder hassen mich“

„Alles, was ich jemals wollte, war über Dinge zu reden, die andere nicht ansprechen. Es muss mir etwas bedeuten, das ist am wichtigsten“, stellte Yungblud klar. „Die Leute lieben oder hassen mich, aber ich werde mich nie zurückhalten. Dabei geht es gar nicht nur um die Musik, sondern um alles, was Yungblud ausmacht. Ich bin kein Popstar, keine leere Hülle.“ Sich allein gelassen fühlen, in dieser Welt ein Außenseiter sein – in diesen Aspekten sei er seinen Anhängern nahe. „Es geht ja nicht um mich oder sie, sondern immer um uns. Ich will die Unrepräsentierten repräsentieren.“ Gemessen am Gekreische, das seine Autogrammstunde begleitete, scheint ihm das bisher ganz gut zu gelingen. In wenigen Wochen will Yungblud eine neue EP veröffentlichen, außerdem ist die Arbeit am zweiten Album bereits in vollem Gange. Beeinflussen würden ihn dafür besonders die Begegnungen, die er in den vergangenen Monaten gemacht hat. „Deshalb verändert sich auch alles ständig“, schmunzelte der quirlige Brite. „Jeden Tag triffst du neue Menschen, führst neue Gespräche, machst neue Erfahrungen. Es können gute Sachen sein, aber auch schlechte. Ich bin ja erst 22, da gibt es noch viel, was ich lernen kann.“

Festivals als Ort der alten Freundschaften

Bestens gelaunt betrat am Freitag auch Mavi Phoenix das Festivalgelände. „Ich bin aber ein bisschen aufgeregt“, meinte die gebürtige Oberösterreicherin, die am Freitag ebenfalls auf der Green Stage zu erleben sein wird. „Das ganze Jahr habe ich mich schon auf das Frequency gefreut, auch weil es ein Heimspiel ist. Aber genau dann bin ich eben ein bisschen nervöser, weil doch Leute da sind, die ich kenne. Aber es wird schon passen“, meinte sie gegenüber der APA.

TT-ePaper gratis testen

Jetzt kostenlos TT-ePaper lesen, das Test-Abo endet nach 4 Wochen automatisch

Schritt 1 / 3

In nur 30 Sekunden gelangen Sie zum kostenlosen Test-Abo.

Apropos Leute, die man kennt: Als einem der ersten lief Mavi dem deutschen Rapper Trettmann über den Weg, ein großes Hallo war angesagt. Festivalleben wie ein Treffen mit alten Freunden? „Wir haben zuletzt sicher fünf gleiche Konzerte gespielt, da sieht man sich einfach immer wieder“, nickte die Sängerin. „Es ist ganz nett, wenn man weiß, dass die anderen das auch gerade machen, herumfahren und Shows spielen.“ Auf Tuchfühlung geht Mavi Phoenix heute übrigens auch noch mit den Fans, wird sie am Abend doch ebenfalls im Autogrammzelt vorbeischauen. (APA)