Letztes Update am Mo, 19.08.2019 10:04

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Migration

„Setzt wie Trump auf Angst und Hass“: Richard Gere will Salvini treffen

Nachdem er am 9. August den Migranten und der Besatzung der „Open Arms“ einen Besuch abgestattet hatte, will Schauspieler Richard Gere nun den italienischen Innenminister treffen. Er sei bestimmt anders, als er sich in der Öffentlichkeit zeige, so Gere.

Schauspieler Richard Gere.

© Valerie MaconSchauspieler Richard Gere.



Rom – Hollywoodstar Richard Gere, der vor kurzem das auf dem Mittelmeer blockierte Rettungsschiff „Open Arms“ besucht und zu Unterstützung der Seenotretter aufgerufen hatte, will den italienischen Innenminister Matteo Salvini treffen. Der Chef der rechtspopulistischen Lega setze wie US-Präsident Donald Trump auf Angst und Hass, kritisierte Gere gegenüber der Tageszeitung Corriere della Sera (Montag).

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„Ich bin sicher, er ist nicht, wie er sich in der Öffentlichkeit zeigt“, zeigte sich der US-Schauspieler dennoch überzeugt. „Salvini hat eine Familie, Kinder, Eltern. Er betrachtet Politik als Weg, um seine Popularität zu erhöhen“, so Gere. „Wenn Salvini Zeit mit den Migranten verbringen würde, auf ihre Geschichte, ihre Familiendramen hören würde, würde er seine Ansicht ändern. Er macht aus einem humanitären Notstand einen politischen Fall. Doch das ist schlechte Politik“, kritisierte der 69-Jährige.

Gere: „Ich nenne Salvini Baby Trump“

Der Hollywoodstar warf Salvini vor, dieselbe Mentalität wie US-Präsidenten Donald Trump zu haben. „Ich nenne Salvini Baby Trump . Er setzt auf Angst und Hass. Wir müssen Trump stoppen, indem wir einen anderen Präsidenten wählen“, sagte Gere.

Der Schauspieler verteidigte die NGOs, die im Mittelmeer im Einsatz sind um Migranten aus Seenot zur retten. Die Hilfsorganisationen würden nicht aus Profitgier handeln, „die Wahrheit ist, dass diese ehrenamtliche Helfer Engel sind, die sich für den Nächsten opfern“, sagte Gere, der am 9. August den Migranten und der Besatzung an Bord der „Open Arms“ vor der süditalienischen Insel Lampedusa einen Besuch abgestattet hatte. (APA)