Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 28.09.2019


Osttirol

Künstler Herwig Zens gestorben: Ein Freund, der fehlen wird

Der Maler, Zeichner und Grafiker Herwig Zens besuchte regelmäßig Osttirol.

Den Kalser Altbürgermeister Klaus Unterweger (l.) und Herwig Zens verband eine jahrzehntelange Freundschaft.

© Gemeinde KalsDen Kalser Altbürgermeister Klaus Unterweger (l.) und Herwig Zens verband eine jahrzehntelange Freundschaft.



Von Peter Unterweger

Wien, Kals a. G. – Die österreichische Kunstwelt trauert um Herwig Zens, der am 24. September im 76. Lebensjahr verstorben ist. Auch in Osttirol ist die Betroffenheit groß. Der Künstler war in Kals Stammgast. Als Professor der Akademie der bildenden Künste lotste er zahlreiche Kunststudenten von Wien nach Osttirol. Wiederholt wurden die Werke des geschätzten Malers in heimischen Galerien vorgestellt.

Die Werke des Malers, Zeichners und Grafikers waren international hochgeschätzt. In Kulturmetropolen wie Berlin, New York, Paris, Rom, in Japan, Israel oder Griechenland zeigten Galerien oder Museen seine Bilder. Im Ausstellungsverzeichnis sind dazwischen immer wieder Osttiroler Orte gelistet: Hopfgarten im Defereggental, Lienz, Kals oder Dölsach. Erstmals präsentierte die ehemalige Galerie Kriestein 1974 in Lienz die Arbeiten des Malers, 1980 und 1994 war er in der Städtischen Galerie zu Gast. Im Haus de calce in Kals stellte Zens 2006 und 2011 aus. In Dölsach bespielte er die ehemalige Galerie Rondula (2007), in Lienz das RLB-Atelier (2012). Die letzte Präsentation im Bezirk richtete die Galerie in der Mitte im Defereggental 2014 aus.

Seine Osttirol-Affinität reiche ja schon in seine Kindheit zurück, erzählte Zens einmal in Erinnerung an seine Aufenthalte am Iselsberg. Stammgast war er später in Kals, in der Pension „Spöttlinghof“ von Klaus und Anita Unterweger. „Manchmal kam der Künstler mit seiner Frau Gerda zweimal im Jahr, fast 40 Jahre lang war er unser Gast“, berichtet der Altbürgermeister. Zens habe sich stets Gedanken und Sorgen um die Entwicklung Osttirols, besonders um seinen Urlaubsort Kals gemacht, weiß Unterweger. „Da haben wir so manchen Strauß ausgefochten“, erinnert er sich, besonders an die wiederkehrende, ironisch formulierte Frage am ersten Urlaubstag: „Was habt’s denn wieder zammg’haut?“

Die Ortskernentwicklung der Glocknergemeinde habe er sehr begrüßt, die neue Stüdlhütte in hohen Tönen gelobt. Für die Gemeinde gestaltete er Einladungskarten und schenkte ihr ein Bild vom heiligen Berg Athos. Das Triptychon „Kryptischer Tanz“ stellte er der Gemeinde als Leihgabe zur Verfügung.

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