Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom So, 20.10.2019


Japan

Der letzte Kaiser besteigt in Japan seinen Thron

Kaiser Naruhito und Kaiserin Masako – bei einer Zeremonie 1993.

© Imperial Household AgencyKaiser Naruhito und Kaiserin Masako – bei einer Zeremonie 1993.



Ein sanftes Lächeln auf den Lippen, freundlicher Blick, die Haltung würdevoll und selbstbeherrscht. So kennen die Japaner ihren neuen Kaiser Naruhito. Der 59-Jährige hat sein Amt zwar schon im Mai angetreten, doch offiziell wird er erst übermorgen Dienstag seinen Thron besteigen.

Um den mehr als 70 durch den Taifun Hagibis Umgekommenen Respekt zu zollen, wurde die Inthronisierungsparade zur kaiserlichen Residenz in Tokio aber abgesagt.

Naruhito will den bescheidenen und volksnahen Führungsstil seines Vaters fortsetzen. Mit viel Spannung wird aber beobachtet, wie seine Frau, Kaiserin Masako, ihre künftige Rolle definieren wird. Als Kronprinzessin hatte sich die heute 55-Jährige wegen einer Anpassungsstörung stark aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. Die gebildete Diplomatin litt massiv unter dem Druck, einen Thronfolger zu gebären.

Volksnah im Juni 2019.
Volksnah im Juni 2019.
- AFP/JIJI PRESS

Im Jahr 2001 kam Tochter Aiko zur Welt — doch im streng traditionellen Japan sind Frauen von der Thronfolge ausgeschlossen. Ob Naruhito die Regelung zugunsten seiner Tochter ändern wird, ist kaum zu prognostizieren. Das Volk wünscht sich mit großer Mehrheit, dass auch Frauen den Thron besteigen dürfen. Der neue Kronprinz ist derzeit Fumihito, der Bruder des Kaisers. Dessen 12-jähriger Sohn Hisahito ist Zweiter der Thronfolge. (TT)

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