Letztes Update am Mo, 23.07.2012 07:07

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


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Missbrauch: Stiftung will allen Opfern zu ihrem Recht verhelfen

Ob misshandelte Kinder oder Opfer von Missbrauch in Heimen: Eine Stiftung will auch in Österreich Opfern rechtlichen Beistand geben.



Von Brigitte Warenski

Innsbruck, Berlin – Jedes zehnte Kind wird nach Schätzungen der WHO Opfer von häuslicher Gewalt oder sexuellem Missbrauch. Dazu kommen die Tausenden ehemaligen Zöglinge, die von den 50er bis 90er Jahren in kirchlichen und staatlichen Institutionen ebenfalls misshandelt oder missbraucht wurden. Viele damalige wie heutige Opfer verbindet, dass sie die Tat niemals vor Gericht bringen können, weil ihnen die finanziellen Mittel für eine rechtliche Unterstützung fehlen. Das soll sich nun ändern. Im Dezember erfolgt in Berlin die offizielle Gründung der Peter-Bringmann-Henselder-Stiftung, die Misshandlungsopfer in juristischen Angelegenheiten begleiten wird. Initiator der Stiftung ist Peter Bringmann-Henselder, der als Kind von einem Pfarrer in einem Kölner Waisenhaus missbraucht wurde. Der Berliner Journalist, der sich für die Rechte der Heimkinder engagiert und am 16. August mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet wird, hat große Pläne. „Die Stiftung wird zuerst in Deutschland und in Österreich tätig, danach sollen Schritt für Schritt andere Länder folgen. So kann man auch Netzwerke schaffen, um das Thema so erfolgreich wie möglich behandeln zu können“, sagt Bringmann-Henselder. Ein besonders dringliches Anliegen ist dem Journalisten, dass Musterprozesse geführt werden, „um Grundsatz­urteile zu erwirken und vor allen Dingen einmal die leidige Verjährung zu kippen, an der viele Opfer einfach scheitern“. Federführend für die Stiftung in Deutschland wird der prominente Anwalt Robert Nieporte sein, der im Namen seines Mandanten – das ehemalige Heimkind Jenö Molnar – das Land Oberösterreich auf 1,6 Millionen Euro Schadenersatz geklagt hat. Nieporte ist die Stiftung ein wichtiges Anliegen, „weil es viele Opfer gibt, die sonst nirgendwo Unterstützung bekommen“. Dass das notwendige Geld in die Stiftung fließen wird, ist Nieporte zuversichtlich: „Es gibt genug Menschen, die Geld und Interesse für diese Sache haben.“ Neben der Opferunterstützung will Nieporte aber auch eine Gesetzesänderung erwirken: „Missbrauch ist ein Unrecht, das nicht verjähren darf. Wir wollen erreichen, dass es hier eine Gesetzänderung gibt.“ Da die gesetzlichen Rahmenbedingungen in Deutschland anders sind, wird in Österreich die Agenda Rechtsanwältin Vera Weld übernehmen. Sie hat 2010 die Republik Österreich im Namen eines Steirer Missbrauchsopfers auf 650.000 Euro Entschädigung geklagt. Auch die anderen Mitglieder der Stiftung sollen laut Bringmann-Henselder nur Juristen sein, ins Boot mit hineinholen will er auch die Anwaltskammern, „die nach Art der Fälle dafür Sorge tragen sollen, dass aus den Kreisen der Anwälte eine geeignete juristische Begleitung möglich ist. Für die Schirmherrschaft versucht Bringmann-Henselder das deutsche Justizministerium zu gewinnen. An Arbeit wird es jedenfalls nicht mangeln: „Ich habe allein in Deutschland Kontakt zu 4500 Opfern.“




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