Letztes Update am Mo, 02.12.2013 10:06

DPA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


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Himmlische Stimme, schwieriges Leben: Maria Callas würde 90

Wer ihre Stimme einmal hörte, vergaß sie nie. Die griechische Sopranistin Maria Callas wurde vor 90 Jahren geboren. Sie starb nach einer stürmischen Karriere im Alter von 53 Jahren.



Von Takis Tsafos, dpa

Athen – „Sie hatte eine himmlische Stimme“, sagt Evangelia Zachariou, eine ältere Griechin, die das Glück hatte, die griechische Sopranistin Maria Callas in jungen Jahren live in Athen gehört zu haben. Für viele Musikfreunde ist Callas eine der bedeutendsten, wenn nicht die beste, Opernsängerin überhaupt. Maria Cecilia Sophia Anna Kalogeropoulos, wie ihr ursprünglicher Name war, wurde als Tochter griechischer Auswanderer am 2. Dezember 1923 in New York geboren. Ihr Vater amerikanisierte seinen Nachnamen auf Callas - und damit wurde Maria weltbekannt.

Nach der Scheidung ihrer Eltern kehrte sie im Alter von 14 Jahren nach Athen zurück und machte ihre ersten Schritte im Athener Konservatorium. Schon damals klang sie „wie ein Engel“, sagten Zeitgenossen. Nach dem Zweiten Weltkrieg ging sie kurz zurück in die USA. Der große Erfolg blieb dort aus. Eine Bekanntschaft mit einem italienischen Produzenten führte sie nach Italien.

Giovanni Battista Meneghini förderte Callas‘ Karriere

Schon nach ihrem ersten Auftritt in Verona am 3. August 1947 wurde der Erfolg sichtbar. Den großen Schub bekam ihre Karriere mit Hilfe des italienischen Industriellen Giovanni Battista Meneghini. Er hatte sich in sie verliebt und förderte ihre Karriere und heiratete sie auch 1949.

Callas‘ Karriere ging anschließend steil nach oben. Doch dies sollte auch zu anderen abenteuerlichen Entwicklungen in ihrem Leben führen: Sie traf den griechischen Reeder-Tycoon Aristoteles Onassis. Die Boulevardpresse berichtete damals, es sei Liebe auf den ersten Blick gewesen; allerdings nur bei der Callas, nicht bei Onassis. Der Tycoon war bekannt für seine Untreue.

Onassis nahm Callas ins Visier. Das hatte Folgen: Er lud sie und ihren Ehemann auf seine Jacht. Vorher soll er alle Eintrittskarten eines Konzerts mit Maria Callas in London gekauft haben. Ergebnis: Callas ließ sich scheiden und wartete darauf, dass Onassis, der inzwischen auch geschieden war, sie heiratet. Doch das passierte nicht.

Onassis entschied sich für Jacky Kennedy

Stattdessen eine große Enttäuschung: 1968 machte Onassis weltweit Schlagzeilen, als er Jacqueline Kennedy (Jackie), die Witwe des 1963 ermordeten US-Präsidenten John F. Kennedy, heiratete. Ein Verrat, der Maria Callas tief verletzte, wie die griechische Presse damals schrieb. Dennoch brach sie die Beziehung zu Onassis nie wirklich ab. Sie wurden bis in die 70er-Jahre in Paris zusammen gesehen.

Parallel hatte sie Probleme mit ihrer Stimme. Der Untergang hatte begonnen. 1969 spielte sie die Rolle der Medea im gleichnamigen Film des italienischen Regisseurs Pier Paolo Pasolini, ohne großen Erfolg. Dann unterrichtete sie in New York und schließlich ließ sie sich in Paris nieder. Maria Callas starb an einer Lungenembolie am 16. September 1977. Ihre Leiche wurde eingeäschert. Auf ihren Wunsch hin wurde die Asche in der Ägäis verstreut. Der griechische Staat stellte damals ein Schiff der Kriegsmarine zur Verfügung.