Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 09.12.2015


Pians

Gefahrenzonen im Sannadorf neu definiert

Zwei Pianner Häuser befinden sich in roter Zone, Bürgermeister wundert sich über Desinteresse im Dorf. Um das Sannakraftwerk ist es ruhig geworden.

null

© Wenzel



Pians — Generationen von Piannern wissen es: Gewitter und Hagelschlag sind verlässliche Boten für den möglichen Abgang der Lattenbach-Mure. Auch heuer im August lösten sich Geröllmassen vom Dawin-Rücken, mehr als 10.000 Kubikmeter landeten in der Sanna.
Wie sieht die landesoffizielle Einstufung der Naturgefahren für den Siedlungsraum in Pians aus? Der aktuelle Gefahrenzonenplan, ausgearbeitet vom forsttechnischen Dienst der Wildbach- und Lawinenverbauung, basiert auf Untersuchungen aller Bäche. „Im südlichen Dorf, also rechts von der Sanna, gibt es weder eine rote noch eine gelbe Zone", erläuterte Bürgermeister Peter Rauchegger kürzlich. „Nördlich der Sanna stehen allerdings zwei Wohnhäuser in der roten Zone, einige in der gelben Zone." Die Behörde schreibt vor, dass in die Häuser der roten Zone keine zusätzlichen Bewohner einziehen dürfen. Außer es kommt ein Kind zur Welt. Sollte ein Haus abgebrochen werden, dürfe das neue Objekt keinesfalls größer gebaut werden als das bisherige.

In der jüngsten Gemeinderatssitzung zeigte sich der Bürgermeister verwundert, dass sich bis auf eine einzige Ausnahme niemand für den neuen Gefahrenzonenplan interessiert habe.
Zudem berichtete Rauchegger über die Abflussuntersuchung des Wasserbauamtes in Zusammenarbeit mit der Wildbach- und Lawinenverbauung: „Diese besagt, dass ein Einfluss der Sanna auf den Lattenbach ausgeschlossen werden kann. Bei einem Schadensereignis spielt es keine Rolle, ob die Sanna viel oder wenig Wasser führt."

Ruhig geworden ist es rund um das Sannakraftwerk. Zuletzt hatte Infra-Geschäftsführer Gerhard Langer im September erklärt, mit der Einreichung der Umweltverträglichkeitserklärung (UVE) habe man keine Eile. In der Sanna-Region heißt es, die Kraftwerksbetreiber würden ihre Tauchstation nach der Gemeinderatswahl 2016 verlassen. Um dann in ruhigeren Gewässern zu angeln. (hwe)