Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom So, 13.12.2015


Natur

Lawinenwarner sind für den Winter gerüstet

null

© Lawinenwarndienst



Innsbruck – Wie konnte die Tragödie passieren? Warum ging das Schneebrett los? Rudi Mair und Patrick Nairz vom Lawinenwarndienst Tirol haben sich mit diesen Fragen in ihrer jahrelangen beruflichen Arbeit Hunderte Male beschäftigen müssen. Und ihre Erfahrungen auch in Buchform zusammengefasst. „Das bestverkaufte Lawinenfachbuch in den vergangenen zehn Jahren“, sagt Mair durchaus mit Stolz. Das komplett überarbeitete Buch „lawine. Die entscheidenden Probleme und Gefahrenmuster erkennen“ wird am kommenden Dienstag in der Tyrolia Buchhandlung in Innsbruck ab 19 Uhr präsentiert. Bei freiem Eintritt werden die beiden Autoren aus ihren ganz persönlichen Erfahrungen berichten. Bereits gestern präsentierte man das Werk in Lienz. Für die beiden Lawinenwarner des Landes ist das so etwas wie der Startschuss in die heiße Phase des Winters. Und die begann gleich mit einer schönen Bestätigung für die Leistung in der Vergangenheit.

Denn die von den Tirolern seit dem Vorjahr eingesetzten verschiedensten Symbole werden jetzt auch von den Kollegen in der Schweiz übernommen. „Das ist eine schöne Bestätigung“, sagt Mair, der die Symbole bei einer internationalen Tagung in Rom vorgestellt hatte. Klar ist das Konzept dahinter. Die Information, die Gefahrenmuster so einfach und schnell wie möglich unter das ständig wachsende Volk der Variantenfahrer und Tourengeher bringen. „Wo ist das Problem? Wo habe ich damit zu tun? Und wann muss ich damit rechnen“, seien, so der Tiroler Lawinenguru, die zentralen Fragen, die man auf einen Blick beantworten möchte. „Etwa wenn wir das Gefahrenmuster 6 hernehmen. Lockerer Schnee und Wind wäre im Gelände eigentlich leicht erkennbar. Trotzdem passieren gerade hier die meisten Unfälle“, sagt Mair. Das sei absolut unnötig. Fast 40 Prozent der Personenschäden bei Lawinenereignissen waren seit 2010 auf ein derartiges Muster zurückzuführen. Hier wollen die Experten weiter ansetzen. Sensibilisieren. Aufklären. Vor allem auch internationale Standards schaffen – damit die Urlaubsgäste sich entsprechend daran orientieren können.

Mit dem 21. Dezember startet übrigens wieder der tägliche Lagebericht des Lawinenwarndienstes Tirol. Und der wird bekanntermaßen über alle verfügbaren Kanäle bespielt. Von der Internetseite www.lawine.tirol bis zum Faxabruf, der bereits seit Längerem entwickelten App bis hin zu RSS-Feeds. (mw)

TT-ePaper gratis testen

Jetzt kostenlos TT-ePaper lesen, das Test-Abo endet nach 4 Wochen automatisch

Schritt 1 / 3

In nur 30 Sekunden gelangen Sie zum kostenlosen Test-Abo.