Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 25.12.2015


Tirol

Die Aufforstung nach dem Absamer Waldbrand geht voran

Oberhalb von Absam soll ein Ablenkzaun für das Wild das aufgeforstete Gebiet schützen.

© Thomas Böhm / TTOberhalb von Absam soll ein Ablenkzaun für das Wild das aufgeforstete Gebiet schützen.



Absam – Vom 20. bis 24. März 2014 wütete oberhalb von Absam ein verheerender Waldbrand. Am Hochmahdkopf wurden 55 Hektar Wald zerstört. Die aktuelle Trockenheit und die erhöhte Brandgefahr in Tirols Wäldern (die TT berichtete) sind auch Anlass, einen Blick in dieses Gelände zu werfen. „Vor zwei Jahren hat zuerst das Gras angefangen zu brennen. Genau diese Gefahr ist derzeit gegeben“, schätzt Bezirksforstinspektor Günther Brenner die Situation ein. Den Pflanzen, die jetzt ihre Triebe ansetzen, macht die Trockenheit zu schaffen. Ohne Schnee ist auch der Verbiss ein Problem. Damit die neuen Pflanzen keinen weiteren Schaden nehmen, „müsste das Frühjahr schon feucht werden“.

Bis sich der Wald erholt hat, werden Jahrzehnte vergehen. „Das geht nicht so schnell. Die Steilheit, das felsdurchsetzte Gelände, die Ausrichtung nach Süden und die geringe Humusauflage machen es den Pflanzen von Haus aus schwierig“, beschreibt Brenner die heiklen Anwuchsverhältnisse. Aber er freut sich über das Vorankommen der Rekultivierung, an der sich über hundert Freiwillige mit verschiedensten Aktionen beteiligten. 7000 Pflanzen wurden mittlerweile gesetzt. Dazu gehören die Spirke, eine aufrecht wachsende Latsche, sowie die gewöhnliche Latsche, aber auch Kiefern, Fichten und Laubhölzer wie der Bergahorn. Durch den guten Grasbewuchs befürchtet Brenner kaum Erosionen: „Der Boden ist wieder festgenagelt.“

Neu zu den Stützvorrichtungen gegen Schneerutschungen und Lawinen hinzugekommen ist ein 700 Meter langer Ablenkzaun für das Wild. Gams und Muffelwild sollen sich ein anderes sonniges Platzerl suchen. „Der Verbiss ist hoch und muss reduziert werden“, sagt Brenner. So wurden ein Begehungssteig und ein Hochsitz für die Jagd errichtet. Der Forstinspektor hofft, dass alle Maßnahmen zusammen weiter greifen und der natürliche Bewuchs bald wieder Schutz im Tal bietet.

Im kommenden Frühjahr sollten noch 5000 bis 10.000 weitere Pflanzen eingebracht werden. Diese Arbeit werden wegen des extrem steilen und gefährlichen Geländes vor allem Profis übernehmen. Insgesamt wird ein Millionenbetrag investiert. (sst)