Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 13.01.2016


Natur

Projekt zeigt die Isel, wie sie noch kaum einer kennt

Die Isel in all ihrer Vielfalt darstellen – das ist das Ziel von drei Osttirolern. Auf Facebook gibt es regelmäßig neue Fotos und Videos.

© TauernPhotos/Daniel EggerDie Männer von „Die Isel – der Gletscherfluss Tirols“ nahmen viele Mühen auf sich. Auf der Jagd nach Bildern seilt sich der Kalser Bergführer Christian Riepler den Prägratner Wasserfall hinunter. Foto: TauernPhotos/Daniel Egger



Von Catharina Oblasser

Lienz – Stückchenweise nehmen Thomas Zimmermann, Daniel Egger und Christian Riepler Naturliebhaber bei der Erkundung der Isel mit. Vor Kurzem ging ihre Facebook-Seite „Die Isel – der Gletscherfluss Tirols“ online. Ein- bis zweimal pro Woche sollen neue Einblicke und Aussichten auf Landschaft, Flora und Fauna dem Betrachter etwas zeigen, das er so noch nie gesehen hat.

Das Video

Das Video zum Projekt können Sie hier ansehen.

Dafür wurde sogar mit Drohnen gefilmt, berichtet Wildwassersportler und Unternehmer Zimmermann aus Lienz. Den Großteil der versteckten Plätze und geheimnisvollen Orte erreichten die Männer jedoch aus eigener Kraft. „Wir haben uns zum Beispiel in die Schluchten am Oberlauf der Isel abgeseilt“, berichtet Natur- und Landschaftsfotograf Daniel Egger aus Virgen. So seien die Männer an Orte gekommen, wo wahrscheinlich noch nie ein Mensch war, sagt Zimmermann. Auch die Tierwelt an der Isel wird gezeigt: Fische, Enten oder Reiher sind im Bild.

Der Aufwand war enorm, wie Daniel Egger beschreibt: „Wir mussten oft mehrmals an einen bestimmten Ort, bis das Licht für die Aufnahme gepasst hat, und haben viel Zeit und Mühe investiert.“ Begonnen hat das Projekt im Frühjahr 2015, zu der Zeit, als die Isel für Natura 2000 nominiert wurde. „Es ist aber ein völlig unpolitisches Projekt“, betont Zimmermann. Es sei auch nicht auf Gewinn ausgerichtet. „Wir wollen einfach zeigen, was das für ein Schatz ist, den wir da haben.“ Das Land unterstützt das Projekt finanziell.

Das Naturjuwel Isel möchten die drei mit ihrem Projekt über die Grenzen hinaus bekannt machen. „In Nordtirol kennt man die Isel vielleicht noch durch die Natura-Diskussion, aber in Deutschland oder Ostösterreich ist sie eher unbekannt. Das soll sich ändern“, meint Daniel Egger.

Glanzpunkt des Isel-Projekts ist ein halbstündiger Film, der gerade im Fertigwerden ist. Der Streifen hat mit einer Sensation für die Alpinszene aufzuwarten: Der US-Amerikaner Steve House, laut Reinhold Messner der beste Höhenbergsteiger der Welt, wird darin zu sehen sein, berichtet Thomas Zimmermann. Der Film soll im heurigen Sommer seine Premiere in Lienz haben und danach auch auf Festivals gezeigt werden.