Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 26.11.2016


Natur

Herbstputz für die Wörgler Filz

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© Haun



Wörgl – Auch ein Schutzgebiet braucht von Zeit zu Zeit eine Generalsanierung. In diesem Fall betraf es den Hauptweiher in der Wörgler Filz. Schutzgebietsbeauftragter Philip Larch legte Hand an, um mehr freie Wasser­fläche zu schaffen und dadurch das Abwandern der wechselwarmen Amphibien zu verhindern.

Angelegt wurden dieser Weiher sowie ein weiterer Tümpel in den 1980er-Jahren von der damaligen Ökologiegruppe und seither völlig der Natur überlassen. „Besonders die Rohrkolben haben sich extrem ausgebreitet und fast die gesamte Wasserfläche bedeckt“, betont Larch und fügt hinzu, dass diese Pflanzen mit ihrer Biomass­e das allmähliche Verlanden des Weihers beschleunigten und deshalb dringend gehandelt werden musste. Da Rohrkolben geschützte Pflanzen sind, mussten diese Maßnahmen zur Erhaltung des Weihers erst von der zuständigen Behörde genehmigt werden.

„Im Sommer war das Gewässer derart zugewachsen, dass wir fast gar nichts mehr sehen konnten, also auch kein­e Goldfische“, erklärt Larch bezüglich des bestehenden Problems im Hauptweiher. Im heurigen Frühjahr konnten insgesamt 25 Goldfische mithilfe von zwei Fischreusen aus dem Gewässer gefangen werden. Auch in anderen Schutzgewässern sind von Menschen ausgesetzte Goldfische nach wie vor ein großes Problem. „Goldfische sind räuberische Allesfresser, die Froschlaich, Molchlaich, Kaulquappen, Jungfrösche, Jungmolche und alles andere, was kleiner ist als sie selbst, fressen“, betont Larch wütend. Vor Kurzem wurde ihm gar von einer Schild­kröte berichtet, die in einem Natur­schutzgebiet in Kufstein gesichtet wurde, allerdings konnte sie bisher noch nicht eingefangen werden. (fh)

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