Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mo, 13.03.2017


Natur

Osttiroler Wald kann aufatmen



Lienz – In den Monaten Dezember 2016, Jänner und Fe­bruar 2017 war es in Osttirol so trocken wie schon seit Jahrzehnten nicht mehr. Im Jänner war Lienz sogar der trockenste Ort Österreichs. Seit Anfang März hat es jedoch wieder einige Male geregnet bzw. geschneit, und das ist auch für den Waldbestand in Osttirol wichtig. Denn Mitte März beginnt die Wachstumsperiode der Bäume in tieferen Lagen. Darüber informiert die Bezirksforstinspektion Lienz der Bezirkshauptmannschaft Lienz mit Leiter Hubert Sint sowie Bezirkshauptfrau Olga Reisner.

Demnach hat die Trockenheit der abgelaufenen drei Monate keine schädlichen Auswirkungen auf den Waldbestand. „Im Winter wachsen Bäume nicht. Sie befinden sich in Winterruhe, der Stoffwechselhaushalt ist eingestellt bzw. heruntergefahren“, so die Fachleute. Was noch hinzukommt: Bis in den November des letzten Jahres hat es deutlich mehr Niederschläge als in einem normalen Jahr gegeben. Der Wald kann also auf einen Wasservorrat zurückgreifen. Besonders Lärche, Kiefer oder Birke können mit Trockenheit gut umgehen.

Auch die grimmige Kälte hat keinen großen Schaden angerichtet. Nur einzelne junge Pflanzen sind durch Frosttrockenheit abgestorben, weil ihre Wurzeln nicht tief genug in den Boden reichen. Frostschädlinge sind im Winter ebenfalls nicht aktiv. Finanzielle Einbußen für Waldbesitzer aufgrund der Trockenheit sind also nicht zu befürchten, so die Behörde. Zu hoffen ist aber, dass es in den nächsten Monaten weiterhin genügend regnet. (co)